Hallo Erwachsener,

kannst Du dich erinnern als Du noch Kind warst? War das nicht eine schöne Zeit und waren die Dinge nicht irgendwie einfacher? Jeder erinnert sich gern an seine Kindheit zurück. Es gibt sicherlich einige Ausnahmen in denen die Kindheit nicht so schön war. Aber auch hier war das Kind ein Kind und hatte den Erwachsenen einige Dinge voraus. Leider ist es nämlich so, dass im Laufe des Lebens einige sehr wichtige menschliche Eigenschaften Stück für Stück verloren gehen bzw. „aberzogen“ werden. Vier davon habe ich mal für dich zusammengetragen.

 

Sagt was es denkt bzw. ehrliche Meinung

Mache doch mal ein Experiment und sage einen Tag lang genau was du denkst! Also wenn du keinen Bock auf ein Gespräch mit deinen Vorgesetzten hast, dann sag ihn das genauso. Umgekehrt auch so. Stell dir vor Du triffst in einen Kaffee deine Traumfrau / Traummann und Du hast echt Bock einfach mal auf eine heiße Nacht mit ihm oder ihr. Gehst du zu dem Gegenüber und sagst: „Ich bin derzeitig so scharf und Du bist echt eine Kanone. Ich möchte dich gern [ZENSIERT].“? Bestimmt tust Du das nicht. Ich weiß, besonders das 2. Beispiel ist ein wenig ungewöhnlich. Doch genau das ist eine Sache, die Kinder uns voraushaben. Sie sagen alles das was sie denken – jedenfalls bis zu einem Alter in dem sie gelernt haben, was sie nicht sagen sollten. Sie wissen, was das gesagte für Konsequenzen hat und lassen es. Ich schließe mich da auch mit ein. Manchmal sage ich nur um einen anderen Menschen nicht zu verletzten lieber Nichts.

Wenn wir Erwachsene mehr das sagen würden, was wir denken … dann wäre das eigentlich „richtiger“. Wir machen es leider viel zu wenig und das können Kinder definitiv besser als wir.

 

Zeigen Gefühle

Ich weiß auch nicht genau woran es liegt, warum ältere Menschen viel weniger Gefühle zeigen als Kinder. Die Kinder freuen sich bis die Mundwinkel die Ohren berühren. Genau so können Sie auch tiefbitterlich weinen oder schreien um ein Gefühl rauszulassen. Wenn Sie einen Menschen sehen mit dem sie verbunden sind, rennen sie so schnell sie können hin, springen ihn an und umarmen sich. Das sind doch echte gezeigte Gefühle.

Vielleicht denken Erwachsen Menschen, dass Gefühle zeigen ein Zeichen von Schwäche ist. Oder es liegt daran, dass Gefühle auch aberzogen werden … Aber genau was den Menschen von einem Stück Brot unterscheidet, sind doch die Gefühle 🙂

Stell dir mal vor 2 Menschen die sich gern haben treffen sich auf einen Bahnhof. Zwischen Ihnen noch 50 Meter Weg. Beide lassen alles stehen und liegen und laufen, besser noch rennen, aufeinander zu, springen sich an, umarmen sich so dass sich die Welt 2- bis 3-mal um sie dreht. Also kurz – sie tun das was sie fühlen. Die Anderen wären mit den Augen bei ihnen. Bei einigen Betrachtern käme das Fremdschämgefühl auf und andere wünschen sich Er oder Sie an der Stelle zu sein.

Hmm … Eigentlich ist diese Szene was für einen guten Hollywood- Liebesfilm, aber selbst da gibt es einige Menschen die bei der rührenden Stelle sich versuchen zu beherrschen, weil man ja nicht in der Öffentlichkeit weint. Kinder zeigen das was sie fühlen und das ist toll.

 

Leben im JETZT

Kinder machen sich keine Gedanken was Morgen sein könnte und leben JETZT. Sie machen es richtig und nutzen die Zeit am besten. Sie tun das was sie möchten ohne Zeit beim Planen zu verbringen oder Argumente zu suchen warum das was sie grad machen nicht klappen könnte. Und auch das was einmal war spielt eine viel kleinere Rolle.
Bei vielen Erwachsenen gibt es das Gefühl im Bauch. Dieses „Ich würde jetzt gern, aber“ – Gefühl. Viele stoppen beim ABER und es bleibt beim „Würde jetzt gern“. So gehen tolle Momente verloren.

Zum JETZT leben gehört auch das bewusste Fühlen, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen. Also den Moment auch mehr genießen. Kindern ist es noch nicht bewusst, was es heißt den Moment zu genießen. Müssen sie auch nicht wissen – sie können es aber besser. Und sie drücken es in Lachen, Freude oder Worten aus. So einfach kann es sein.
Dadurch, dass sie im JETZT leben, entdecken sie mehr und hinterfragen viel mehr JETZT relevante Sachen. Wer kennt es nicht, wenn er vom Kind mit einer WARUM – Kette ein Loch in den Bauch gefragt bekommt.

 

Bessere Distanz zu Menschen

Ich denke mal das ist ein immer wieder aktuell werdendes Thema. Die Menschen lernen es über die Zeit des Lebens Distanz aufzubauen. Besonders im Zwischenmenschlichen kann ich das oft sehen. Solange die Menschen in die gleiche (ich nenne es mal) Menschenkategorie passt, dann ist alles okay und die (eingebildet schützende) Distanz spiel keine Rolle. Trifft ein Mensch auf einen andersartigen Menschen, das kann ein ausländischer Mitbürger aber auch ein sehr Kranker oder behinderter Mensch sein, dann fällt es schwer die „er ist anderes als ich“ Distanz zu unterschreiten.

Kinder interessiert das nicht wirklich. Wenn Sie einen Menschen anfassen, umarmen oder einfach nur ansprechen wollen … dann machen sie das einfach. Bei vielen Erwachsenen ist das nicht mehr der Fall und sie verstecken sich in der eigenen Komfortzone. Und oftmals reden sie viel mehr über, als mit dem Menschen. Genau das ist bei Kindern umgekehrt. Schade eigentlich.

Deshalb mein Aufruf an dich – sei auch Du ein bisschen mehr Kind und:

– Sage deine Meinung bzw. was Du denkst!
– Lache und Weine mehr!
– Lebe nicht so viel im Gestern und Morgen!
– Hab keine Scheu vor anderen Menschen!

4 tolle Punkte, die dein Leben bereichern.

Tolerante Grüße

Christian

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