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Ich habe damals herzlich gelacht als Sheldon Cooper in der Serie The Big Bang Theorie seine Entscheidungen einem Würfel überließ. Sein Ziel war es den Geist frei zu haben für die wichtigen Gedanken. Auch eine Möglichkeit Entscheidungen zu treffen. Ob es die richtige Variante ist, klären wir später auf. Doch warum fällt es vielen Menschen so schwer sich für eine Option zu positionieren?

Vorneweg: Triffst du keine Entscheidung, dann hast du dich dafür entschieden keine zu treffen. Und das ist die wahrhaftig schlechteste Wahl. Ich weiß das klingt wie die Aussage nach einigen Gläsern Bier, doch steckt in dieser Aussage viel Gehirnschmalz. Viele Menschen begreifen es einfach nicht, dass keine Entscheidung der schlechteste Weg ist. In deinem Kopf hast du dann ständig die „Konjunktiv-Ängste“ was hätte passieren, und zusätzlich erfährst du niemals was aus der Entscheidung geworden wäre.

Ich erlebe es täglich wie Menschen folgende Gedanken kreisen lassen: „Mein Job macht überhaupt keinen Spaß und ich mag nicht mehr. Doch wenn ich mit einen neuen such weiß ich auch nicht was mich erwartet. Vielleicht ist das Betriebsklima schlechter, die Arbeit schwerer, …“. Anstatt etwas zu bewegen und sich etwas Gutes zu tun, bleiben sie in der Schockstarre der Nichtentscheidung. Es könnte ja, hätte, wäre, wenn, …

Doch warum fällt es so schwer sich zu entscheiden? Es gibt 3 Gründe aus meiner Sicht.

Die Auswahl

In einigen Fällen sind der Optionen zu viele. Ab einer bestimmten Anzahl von Wahlmöglichkeiten fühlen sich unsere grauen Zellen überfordert. Es gibt Restaurants bei denen stehen hunderte Gerichte und diverse Kombinationen auf der Speisekarte. Es ist einfach zu viel. Eine Auswahl kann hierbei schon wehtun.

Auch eine größere Lebensentscheidung wie Hausbau oder Familienplanung ist heutzutage so „konfigurierbar“, dass die Zeit welche für eine Entscheidung notwendig ist, … ein halbes Leben dauern kann. Jedenfalls wenn du alle Optionen in Betracht ziehen möchtest. Sie für eine Sache zu entscheiden bedeutet heutzutage gleichzeitig sich gegen hunderte andere Varianten zu entscheiden.

Die Angst Fehler zu machen

Fehler sind gut. Nur wer viele davon macht, hat vorher etwas entschieden. Leider sind Fehler sehr verpönt in der heutigen Zeit. Machst du mal einen, dann musst du damit rechnen, dass es dir wie Schnupftabak unter die Nase gerieben wird. Fehler werden verspottet, in Netzwerken breitgetreten und manchmal lieber berichtet als Erfolge anderer. Die Möglichkeit etwas falsch zu machen, lähmt einige Menschen daran überhaupt etwas zu machen. Passive Schockstarre.

Solltest du vor deiner nächsten Entscheidung mit den Gefühlen kämpfen, dass du Fehler machen könntest, dann halte dir vor Augen was das schlimmste Resultat ist. Bleibe ich bei dem Beispiel mit dem Kollegen, der unzufrieden im Job ist. Entscheidet es sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen, und da läuft es gar nicht gut. Was soll es, dann geht’s weiter zum nächsten. Dann war die erste Wahl ein Fehler, doch das Leben geht trotzdem weiter.

Die ewige Suche nach dem perfekten Ergebnis

Die Entscheidung schon fast getroffen, wird gezögert ob es nicht doch irgendeine Kleinigkeit gibt, die sie perfekter machen könnte. Besonders wenn es darum geht im Leben was zu Verändern oder zu bewegen, sind die ersten 72 Stunden nach dem initialen Gedanken sehr wichtig. Alles was du dann nicht anpackst und entscheidend ins Rollen bringst, wird nie etwas.

Angenommen du hast deine Geschäftsidee oder einen Einfall wie nebenbei gut ein paar Euro verdient werden könnten. Anstatt ewig darüber nachzudenken und Pläne im Kopf zu Recht zu legen, fange gleich an. Entscheide dich für die ersten Schritte auch wenn sie nicht perfekt sind. Etwas was du angefangen hast, kannst du immer nachbessern und optimieren. Was du nicht anfängst, scheitert mit hoher Wahrscheinlichkeit wenn es länger als 72 Stunden „reift“.

Die große Auswahl, die Angst Fehler zu machen und Perfektionismus machen dir das Leben schwer. Doch was kannst du dagegen tun? Meine Tipps und Argumente für bessere Entscheidungen:

1.) Suche dir die entscheidenden Merkmale (und fange lieber an)

Egal ob du etwas machen oder kaufen möchtest, mache dir vorher ein paar einfache Gedanken. Definiere für dich, welche Merkmale unbedingt erfüllt sein müssen. Im besten Fall maximal drei Stück.

Stell dir vor du gehst Essen. Anstatt ewig durch die Speisekarte zu stöbern, lass sie geschlossen. Überlege dir welche Kriterien deine Mahlzeit erfüllen soll. Worauf hast du Hunger? Zum Beispiel sollte es ein Nudelgericht sein, es sollte vegetarisch sein und auf jeden Fall mit Pilzen. Schlage nun die Karte auf, gehe zu den Nudelgerichten und entscheide dich für das erste ohne Fleisch aber mit Pilze. Das ganze wird keine 30 Sekunden dauern. Zu dem erstaunten Gesicht wie schnell du dich festlegen kannst, hast du sehr wahrscheinlich auch ein Gericht, welches du noch nicht gegessen hast. Besonders bei den kleinen Entscheidungen des Lebens kann ich dir diese Methode ans Herz legen. Probiere es mal aus.

2.) Klare Entscheidungen bedeutet Zeit sparen

Das Wort entscheiden besteht auch aus dem „scheiden“, sich von etwas trennen. Hast du eine Entscheidung getroffen, dann musst du auch Abschied von etwas anderen nehmen, also scheiden. Nichts Schwammiges und kein Hin und Her. Nachdem du eine klare Entscheidung getroffen hast, solltest du sie durchziehen und dich gleichzeitig von allen anderen befreien. Nicht mehr darüber nachdenken was wäre passiert, wenn deine Wahl anders ausgefallen wäre.

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3.) Es geht nicht um Leben und Tod – Fehler erlaubt

Ich beobachte immer wieder beim Shoppen, dass andere Käufer eine Wissenschaft aus ihren Kaufentscheidungen machen. Eine passende gute Hose wurde bereits gefunden, doch der Probiermarathon geht weiter. Im Laden könnte sich ja eine bessere Hose irgendwo versteckt haben. Perfektionssuche. Kino, Disco, Essen gehen, sich zwischen einer der drei Möglichkeiten zu entscheiden dauert manchmal länger als der Event selbst. Die Angst vor einem schlechten Film oder nicht schmeckenden Essen macht auch hieraus eine Wissenschaft.

Bei diesen Beispielen handelt es sich nicht wirklich um große Entscheidungen. Eher Mikro Entscheidungen. Nicht wert ewig darüber nachzudenken. Sollte die Hose im Praxiseinsatz nicht perfekt passen oder der Film nicht gut sein, dann macht’s die nächste Hose oder der kommende Blockbuster besser. Somit geht es hier nicht um Lebensentscheidungen und du solltest solche mit viel mehr Coolness behandeln. Ein Fehler bei diesen Mikro Entscheidungen hat keinerlei Auswirkungen auf dein Leben, außer dass du zu viel Zeit darüber nachdenkst. In mindestens 80 Prozent deiner Entscheidungen gilt das KIS-Prinzip. Keep it simple.

4.) Stehe zu deinen Entscheidungen / Deine Entscheidungen sind deine Sache – lasse dich nicht reuen

Ist doch einmal eine Entscheidung nicht (ganz) richtig getroffen wurden, dann wird nach Ausreden und Umständen gesucht, die dazu geführt haben. Besonders Anderen gegenüber wird argumentiert. Warum? Ist es nicht selbstbewusster zu dem zu stehen was du machst und tust? Meiner Meinung nach solltest du aus:

„Es hat nicht so funktioniert wie geplant. Wäre das Wetter nicht so schlecht gewesen und hätte Tante Frida nicht die Jacken vergessen, dann wäre alles gut gelaufen.“

ein

„Es war nicht so schön wie ich dachte und geplant hatte.“

machen. Verstehst du was ich meine? Es ist immer damit zu rechnen, dass nicht alles richtig ist. Steht dazu. Lasse dir nicht einreden, dass deine Wahl falsch war.

5.) Langfristig sehen

Ein sehr wichtiges unterschätztes Merkmal beim Entscheiden ist die Frage: „Macht es mich JETZT einmal glücklich oder später immer wieder?“ zu nutzen. Beantworte die Frage immer mit der Option, welche dich öfter glücklich macht. Ich möchte dir dies am besten an 2 einfachen praktischen Beispielen zeigen:

  • Sport machen oder nicht? – Die bequemere Lösung ist hierbei passiv zu bleiben. Entscheidest du dich zum sporteln, dann hast du möglicherweise jetzt nicht so viel Spaß (keine große Lust). Ziehst du es hingegen durch, dann bist du fitter, leichter und gesünder. Dies kommt dir länger Zugute.
  • Soll ich TV schauen oder ein Buch lesen? – hier ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Buch die bessere Wahl. Die Qualität der Informationen ist viel höher und du lernst oft mehr fürs spätere Leben. Mehr als bei der Passivberieselung.

Ist deine Entscheidung nur für das JETZT gut und nicht für die Zukunft, dann nimm die andere Variante. Wende den Tipp der Langfristigkeit nur an, wenn du die nicht entscheiden kannst. Es spricht natürlich nichts dagegen TV zu schauen.




6.) Der Scheldon Würfel

Die Möglichkeit des Auswürfelns besteht immer. Und ja es kann dir die kleinen Entscheidungen abnehmen. Solltest du dich nicht entscheiden können ob du zum Beispiel ins Kino oder zum Tanzen gehen sollst, dann würfel es mal aus. Gerade Zahl bedeutet sich einen Film ansehen und ungerade Ziffer steht für Bewegung bei Musik. Besonders gut und auch spaßig ist diese Methode, wenn sich mehrere Freunde nicht auf etwas einigen können. Hier kann der Würfel beim Entscheiden helfen.

Natürlich solltest du nicht nachdem du einen Antrag bekommen hast, auswürfeln ob du Ja oder Nein sagst. Hier ist diese Methode eher unpassend. (lach)

 

7.) Der 30 Sekunden Reverse Thinking Trick

Unter Zeitdruck triffst du oft schnelle und gute Entscheidungen. Hier wirst du gezwungen nur die wirklich wichtigen Dinge zu beachten. Es bleibt keine Zeit sich stundenlang mit Abwägen verschiedener Möglichkeiten zu beschäftigen, eher fällt die Entscheidung so, dass kein zu großer negativer Nachteil entsteht. Unter Zeitdruck entscheidest du dich nicht FÜR eine Sache, sondern gegen die Dinge, die auf keinen Fall eintreten dürfen. Ein Beispiel welches ich schon erlebt habe:

Es ist Montagmorgen, die Monatsabrechnung steht an, ein Mitarbeiter hat aus seiner Sicht ein extrem wichtiges persönliches Anliegen, ein Kundenfall muss sehr schnell bearbeitet werden, da hier ein großen Batzen Geld dran hängt. Weiterhin möchte dich dein Chef dringend sprechen, und das wöchentliche wichtige Meeting steht an. In solchen Situationen, wo nicht viel Zeit bleibt für eine Entscheidung, heißt es Unheil zu vermeiden.

  • Zuerst möchte ich auf keinen Fall, dass der Firma das Geld verloren geht, also muss dieser Kundenfall unbedingt bearbeitet werden [daran hängen viele Arbeitsplätze]
  • Dann ist es wichtig, dass die Mitarbeiter (viele) pünktlich ihren Lohn bekommen, somit ist die Monatsabrechnung der zweite Task
  • Anschließend wird mit dem Mitarbeiter gesprochen. Er fragt nicht umsonst nach einem dringenden Gespräch.

Der Chef und das Meeting können warten, da nicht wirklich Nachteile daraus resultieren, welche schlimmere Folgen haben als der Kundenfall, die Abrechnung und der Mitarbeiter. Setze dich also ruhig mal künstlich unter Zeitdruck um Entscheidungen zu treffen. Mit ein wenig Übung wirst du damit schnelle und effektive Ergebnisse erzielen. Vielleicht nicht immer 100% perfekt, dafür unheimlich effizient. So effizient, dass du mehr Zeit hast für weitere Entscheidungen. Eine Möglichkeit schneller im Leben voranzukommen.

Wie du siehst kann es schwer sein Entscheidungen zu treffen, muss es aber nicht. Wie alles im Leben ist auch dies eine Trainingsangelegenheit. Versuche bewusst in den nächsten Wochen viele klare effiziente Entscheidungen zu treffen. Du wirst sehen es fällt dir jeden Tag leichter.

Viel Spaß dabei wünscht

Christian


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2 thoughts on “Entscheidungen treffen – 7 Tipps die dir helfen effektiver zu entscheiden (Thema des Monats)

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