„The trend is your girlfriend“ – doch manchmal wirst du von der Freundin betrogen. Immer dem Trend zu folgen muss nicht richtig sein. Dazu ist es so Mainstream, dass dein Depot modern ist wie eine Cordhose aus den 80zigern. Ist es richtig sich an alle Börsenweisheiten und Zitaten festzuhalten, oder solltest du mal anders denken beim Investieren? Ich möchte dir heute mal ein paar Gedanken aus meinen Erfahrungen mit auf den Weg geben. Nicht unbedingt „trendy“, dennoch steckt hier Logik und Wahrheit drin. Und du möchtest doch bestimmt auch mal was anderes lesen, oder?

Vorneweg die notwendige Warnung. Solltest du durch die folgenden Tipps stinkreich werden, übernehme ich genau so wenig die Verantwortung, wie im Falle eines Totalverlustes. Bei den im Artikel beschriebenen Ideen handelt es sich um persönliche Informationen aus meinen Erfahrungen. Sie sind kein Garant für deinen Erfolg. Auch das nennen diverser Aktientitel stellt keine Kaufempfehlung dar. Ich empfehle dir dich noch zusätzlich (Internet, Printmedien, …) zu informieren bevor du aktive eigene Anlageentscheidungen triffst. Natürlich findest du auch hier im Blog weitere Beiträge zum Thema:

Los geht’s

„Kaufe wann du willst, und nicht wann du sollst!“

Investoren machen eine Wissenschaft daraus den richtigen Kaufzeitpunkt zu finden. Sie sind sich schon sicher welches Wertpapier als nächstes ins Depot wandert, doch es wird gezögert. Dieses Streben nach den perfekten Einstiegspunkt sorgt im ungünstigsten Fall dafür, dass gar nicht investiert wird. Genau so besteht die Chance, dass der Zeitpunkt noch ungünstiger wird.

Habe ich die Entscheidung über mein nächstes Wertpapier getroffen, dann wird es gekauft. Ob es nun 5 Euro mehr oder weniger kostet ist mir egal. Ich entscheide mich für eine Aktie, weil ich überzeugt bin, dass sie über die Jahre sehr gut performt und Dividende ausschüttet. Dreimal darfst du raten wie gut das funktioniert hat auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Bei ungefähr der Hälfte der Titel hatte ich wirklich „Glück“ und das Warten hat mir einen besseren Einstiegskurs beschert. Aber nie den optimalen Zeitpunkt. Und die andere Hälfte habe ich zähneknirschend gekauft, da der Kurs schon gestiegen war und ich teurer eingekauft habe. Warten beim Ausführen einer getroffenen Entscheidung bringt nichts. Das gilt für das Investieren und für das Leben.




„Die größten Verluste machst du nebenbei, nicht an der Börse.“

„Ich investiere kein Geld an der Börse. Da kann ich Verluste machen.“. Diesen Satz höre ich regelmäßig beim Erzählen meiner Börsengeschichten. Derweil ist es sehr schwer ähnliche starke Verluste wie im richtigen Leben mit Aktien zu machen. Klingt verrückt? Ich erkläre es dir.

Der Käufer eines 20.000 Euro teuren Autos weiß, dass es in ein paar Jahren nicht mal mehr die Hälfte wert ist. Ein Verlust von mindestens 50%. Auch ein neuer großer LED 3D Fernseher wird in ein paar Jahren fast nichts mehr wert sein. Ein Kaufpreis von 1000 Euro wird zum Verkaufspreis von 300 Euro. Macht 66% Verlust. So zieht sich die kosumale Verlustspriale durch das Leben vieler Menschen. Und so schlecht wie in den Beispielen musst du erst mal an der Börse investieren. Das ist gar nicht so einfach. Millionen Menschen wissen, dass sie ihr Geld für Dinge verwenden, die bald nichts mehr wert sind, haben dennoch Angst Aktien zu kaufen. Irgendwas stimmt hier doch nicht, oder?

Anstatt eines 20.000 Euro Auto kaufst du einen preiswerteren Gebrauchtwagen im Wert von 8.000 Euro. Die 12.000 Euro steckst du in Wertpapiere. Wenn du es schaffst alles zu verlieren, dann hast du nach einigen Jahren in beiden Fälle noch einen gebrauchten Wagen, der fast nichts mehr wert ist. Sollte deine Investition steigen, dann hast du ein Problem. Wohin mit der ganzen Kohle? (lach)
Da ein Auto immer eine Verbindlichkeit darstellt, wird es nicht im Wert steigen. Deine Investitionen sind Vermögenswerten und bringen dir Geld. Denk mal drüber nach.

„Eine Aktie ist wie ein guter Whiskey. Sie muss viele Jahre reifen.“

Ich mag die Bücher und Hörbücher von Bodo Schäfer*. Dort fand ich auch Bestätigung mit der Aussage: “Je länger du ein Investment hältst, desto geringer ist das Risiko.“. Wie ein Boxkampf über mehrere harte Runden geht, muss sich dein Wertpapier auch im Kampf beweisen. Bekommst du in der ersten Runde einen Schlag ins Gesicht, dann rennst du nicht weinend davon. Kämpfe weiter. Und falls deine Aktie im ersten Jahr deutlich an Wert verliert, dann überlege gut ob du aufgibst oder über die 12 Runden/Jahre gehen möchtest.
Sehr oft habe ich Aktien verkauft um einen größeren Verlust zu vermeiden. Dies macht auch im Rahmen des Risikomanagements Sinn. Doch hätte ich diese Titel behalten, dann wäre mein Depot um einiges mehr wert. Natürlich gibt es tiefrote Werte wie WILLIAMS COS INC. DL 1 und AMBARELLA INC. DL im Depot, dennoch werden diese von Titeln wie FACEBOOK, SKYWORKS und VISA überstimmt. Seit dem ich nichts mehr verkaufe, egal ob als Gewinnmitnahme oder Verlustbegrenzung, steigt die Performance meines Depots.

Setzt du diese Buy and Hold Strategie konsequent um, dann hast du nach 12 Jahren ein paar Titel, die nichts mehr wert sind. Dazu kommen Aktien, deren Wert sich verdoppelt hat. Bei einer guten Diversifikation wirst du sehr wahrscheinlich ein dickes Plus in deiner Portfolio Performance realisieren.

Hier meine drei Tipps zu den Bodo Schäfer Büchern*, welche ich empfehle.

„Aktien im Minus sind gut für die Steuer.“

Nunja, solange es nicht deine einzige Aktie ist (lach). Mein Depot umfasst aktuell 42 Titel. Natürlich sind auch einige Werte im Minus. Gleichzeitig werde ich dieses Jahr über 1000 Euro Gewinn (realisierte Kursgewinne und Dividenden) verzeichnen können. Das bedeutet auch, dass ich über den Freibetrag von 801 Euro komme und sich der Staat über meine Kapitalertragssteuer freut.

Die Verluste noch im gleichen Jahr zu realisieren ist ein guter und legaler Trick. Somit suche ich mir vor Ende des Jahres eine Aktie in meinem Depot, welche im Minus steht, ich dennoch behalten möchte. Diese wird verkauft und am gleichen Tag wieder gekauft. An meinem Depot ändert sich nicht viel, doch wird der realisierte Verlust den Gewinnen gegenüber verrechnet und ich spare einen ganzen Haufen Steuern. Mit dieser Methode sind auch deine Aktien im Minus noch zu etwas gut.

„Jeder gesparte Euro ist fünf Euro wert.“

Diese Weisheit motiviert mich jeden Tag wieder neu bei meinen Gedanken und Handlung im Investieren. Würdest du auf einen Euro verzichten, wenn irgendwann fünf Euro daraus werden? Deine Antwort muss jetzt einfach ja lauten. Trocken betrachtet handelt es sich um den Zinseszinseffekt. Legst du einen Euro an dann passiert bei 5% Zinsen folgendes:

  • nach 15 Jahren sind daraus 2 Euro geworden
  • nach 23 Jahren hast du schon 3 Euro
  • nach 29 Jahren hat sich dein Einsatz vervierfacht
  • nach 33 Jahren hast du dein Invest verfünffacht

Pure Mathematik und Durchhaltevermögen machen dich reich. Du musst keinen Finger bewegen nur noch zuschauen wie dein Geld fließt.
Nimmst du die 12.000 gesparten Euros aus dem 2. Tipp und lässt sie 33 Jahre liegen, dann sind daraus 60.000 Euro geworden. Ein kleines gebrauchtes Häuschen auf dem Dorf.

„The trend is your friend, but not in all cases“

Trendfolgestrategien sind sehr beliebt und haben sich in der Vergangenheit bewährt. Schaue dir mal den Verlauf der Facebook Aktie in den letzten Jahren an. Nach dem Kauf dieses Wertpapiers wirst du eine ganze Weile auf der Trendwelle mitsurfen. Somit machst du einige Gewinne und freust dich über dein gutes Investment.

Doch wie verhält es sich im „richtigen“ Leben. Wann kaufst du deine Wintersachen ein? Zu normalen oder reduzierten Preisen? Am besten wenn sie im Angebot sind, wenn ihr Wert gefallen ist, oder? Genauso wie du die Preise deiner Wintersachen verfolgst, solltest du Ausschau nach Trendbrechern halten. Den größten Brecher nennt man Börsencrash. Setzt du immer nur auf Trends, dann wirst du selten im Sonderangebot stöbern können.

Besonders in Zeiten wo die Nachrichten der Welt fallende Kurse beklagen, solltest du aufmerksam sein. Bei einem weltweiten Börsencrash verkaufen sehr viele Investoren ihre Werte. Dies bietet auch eine Chance für dich preiswert einzukaufen. Angenommen die Börsen sind um 40 Prozent eingebrochen, dann bekommst du deine Werte zu viel besseren Konditionen. Du kaufst gegen den Trend, dennoch zu guten Konditionen. Ein gutes Fallbeispiel dazu habe ich unter Finanzen 100 (klicke hier) gefunden.

„Höhere Gebühren bei kleineren Volumen sind eine gute Sicherheit.“

Spätestens jetzt wird der Leser den Kopf schütteln. Selbst mein Vorbild Tony Robbins schreibt in seinem Bestseller „Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit“, dass jeder Investor wie ein Luchs auf die Gebühren achten muss um erfolgreich zu sein. Aus meinen Erfahrungen stimmt das nur bedingt. Besonders bei kleineren Investitionen kann es lebenswichtig sein mehr Gebühren zu zahlen.

Hier steht ein gut diversifiziertes Depot vor eingesparten Gebühren. Ich möchte dir meine Gedanken mal an 2 Situationen erläutern. Es geht darum 3000 Euro zu investieren. Dabei hast du 2 Möglichkeiten:

  • Eine Investition in 3 Titel
  • Eine Investition in 8 Werte

Entscheidest du dich für die erste Möglichkeit sparst du mindestens 50 Euro Kaufgebühren. Doch was passiert, wenn eine Aktie in deinem Depot 50 Prozent Wert verliert?

finanzielle freiheit - meine ungewöhnlichen Börsenweisheiten

Wie du siehst wäre die bessere Diversifikation jetzt im Vorteil. Auch nach Abzug der Gebühren. Wie im richtigen Leben lohnt es sich zu teilen. Im Falle eines totalen Verlustes sieht das Resultat noch eindeutiger aus.

finanzielle freiheit - meine ungewöhnlichen Börsenweisheiten

Im umgekehrten Fall machst du bei dieser Strategie weniger Gewinn im Falle eines positiven Kursverlaufs. Doch was ist die wichtigste Regel beim Investieren? Mache niemals Verluste oder versuche sie so gering wie möglich zu halten. Und da hilft nur die Pille namens Diversifikation.

Das waren meine ungewöhnlichen Weisheiten zum Thema Aktien. Mal aus einen anderen Blickwinkel präsentiert. Möglicherweise auch sehr disskussionswürdig. Hast du auch Weisheiten, die nicht Jeder kennt, oder welche ungewöhnlich gegenläufig sind? Dann hinterlasse sie bitte im Kommentar.

Ungewöhnliche Grüße sendet

Christian


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2 thoughts on “Finanzielle Freiheit – Meine ungewöhnlichen 7 Börsenweisheiten 2016

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