Hast du dir schon mal Bauschaum in die Adern gespritzt? Ich ja – viele Jahre lang und letzten Monat war Schluss damit. Bauschaumspritzen – so nenne ich ab sofort unkontrollierten Zuckerkonsum. Im Mai war mein erster kontrollierter Monat und ich möchte dir jetzt beschreiben, was mit mir passierte.

Es fing mit einer Idee unter Freunden an. Einfach mal einen Monat lang auf Zucker zu verzichten. In Vorbereitung auf die Challenge entstand auch der Artikel „Süchtig nach Zucker? Ist Zucker Gift? Wie reduziere ich meinen Konsum?“. Wer hält es durch? Nachbar, Arbeitskollegin und ich legten am ersten des Monats los. Schon der Mai selbst stellte sich als schwerer Monat heraus. Pfingsten und Herrentag sind normalerweise Zuckertage.

Die Zucker Regeln

Komplett ohne Zucker ist meiner Meinung nach nicht möglich. Doch wir wollten zu 100% auf den raffinierten Zucker verzichten. Alle Produkte, die das Wort Zucker in der Beschreibung tragen, waren verboten. Weiterhin alle Zuckerbomben wie

  • Kuchen
  • Plätzchen
  • Schokolade
  • Säfte
  • Fast Food
  • Eis

waren nicht erlaubt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Schon die Tatsache, dass es kein Marmeladenbrötchen mehr gab, fiel mir schwer. Ohne Kuchen am Wochenende ist auch eine Umgewöhnung. Schon ein paar Tage vor Beginn der Challenge, hatte ich ein wenig Respekt und dieses Kribbeln im Bauch, welches ich beim Betreten einer Achterbahn bekomme. Derweil wollte ich meine Achterbahn, die Insulinachterbahn, unter Kontrolle bekommen.

Die Zucker Challenge

Zum Frühstück keine Marmelade zwang mich dazu Brötchen mit Ei zu essen. Schon am ersten Morgen hielt sich die Lust auf den Zuckerentzug in Grenzen. Anschließend bei der Arbeit bin ich an den Süßigkeiten Teller vorbei gegangen und habe ihn keines Blicks gewürdigt. Immer wieder stieß ich an den ersten Tagen auf Nahrung, die ich gern essen mochte, aber nicht durfte. In dieser Zeit bemerkte ich erst einmal, dass fast überall Zucker enthalten ist. Schrecklich. „Da bleibt nicht viel übrig. Ich werde verhungern.“ Waren meine Gedanken. Früchte waren erlaubt, und haben mich über die ersten Tage geholfen. Abends ersetzte ich die Schokolade durch eine Banane und nach dem Sport gab es eine Erdbeermilch. Der Kuchen wurde durch Milch mit Haferflocken und ein paar frischen Früchten ersetzt. Zusätzlich wendete ich einen psychologischen Trick an. Ich habe diesen Trick aus dem Buch „Das Robbins PowerPrinzip“. Ich malte mir vor Augen aus, dass ich immer fetter werde, wenn ich meinen Zuckerkonsum so weiter betreibe. Ich stellte mir vor wie das Fett richtig über meinen Gürtel hängt. Ich dachte daran wie ich mich selbst nicht mehr tragen kann und das ich auf den OP-Tisch liege um meine überlastete Wirbelsäule zu operieren. Die schlimmsten vorstellbaren Auswirkungen im Kopf sorgen dafür, dass du auf einmal den Zucker hasst und ausblendest. Für das komplette psychologische Coaching kauf dir unbedingt dieses Buch!

Auf jeden Fall fiel es mir auf einen Schlag leichter auf Zucker zu verzichten. Das Resultat waren Alternativen wie ungesüßte Haferflocken, Bananen, Quark statt Marmelade, Käse anstatt Nutella. Der raffinierte Zucker hatte keine Chance mehr und ich war stolz auf mich und meine 2 Mitstreiter. Ihnen schien der Zuckerentzug leichter zu fallen.

Nach nur einer Woche vermisste ich nichts mehr und es war schon als hätte ich nie ein Zuckerproblem. In diesen Tagen schrie mein Körper immer weniger nach den Alternativen wie Bananen und Feigen. Und besonders stolz war ich, dass ich abends nicht mehr Süßes brauchte. Vor einiger Zeit undenkbar gewesen. Arbeitskollegen und Freunde motivierten mich mit Äußerungen wie: „Ich könnte das nicht so eisern durchziehen wie du.“ Und die letzten 2 Wochen vergingen wie im Fluge. Aus der alten Gewohnheit immer wieder extra Zucker zu brauchen, ist die neue Gewohnheit geworden, ohne auszukommen. Einfach schön. Ich habe schon oft gelesen, dass nach 30 Tagen konsequenter Umstellung eine Gewohnheit loswerden lässt. In dem Fall stimmt es.

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Und was hat es gebracht?

Zu viel Zucker ist wirklich vergleichbar mit Bauschaum in deinen Adern. Verzichtest du auf Zucker, dann wird sich beim Einkaufen der Inhalt deines Korbes komplett verändern. Beim Einkaufen kam ich mir vor wie ein Öko, der nur noch gesunde Sachen kauft. Der Inhalt war so grün und so natürlich. Hättest du das fotografiert, dann wäre das ein gutes Bild für eine Krankenkassenzeitschrift gewesen.

Das Zuckerempfinden hat sich total verändert. Mein neue Lieblingserdbeershake (Erdbeeren, Milch, Wasser und Schmelzflocken) kommt mir gut süß vor. Zu Beginn hat er eher geschmeckt wie Tapetenleim. Das habe ich auch heute beim Kaffeetrinken gemerkt. Ein Stück Mohnkuchen ist scheiße süß, wenn man nicht verzuckert ist. Ich konnte nur ein halbes Stück essen. Früher waren mindestens 2 in meinen Magen gewandert.

Heißhungerattacken kenne ich auch nur noch aus der Vergangenheit. Diese Attacken auf was Süßes sind in den letzten Wochen komplett verschwunden. Nicht einmal ein in Reichweite stehender Süßigkeitenteller reizt mich.

Ein erstaunliches Resultat ist meine Wachheit. Ich fühle mich viel wacher und fitter. Das bekannte Mittagstief fällt lange nicht mehr so tief aus. Es fühlt sich an als hätte ich jeden Tag so richtig ausgeschlafen. Obwohl ich weniger Zuckerenergie zu mir nehme habe ich mehr Energie.

Mein Hunger ist auch verschwunden. Ich vermute mal, dass durch den besseren Konsum mein Insulinspiegel nicht so auf und ab hüpft. Das kann die Erklärung dafür sein, dass ich nicht mehr so viel Hunger habe. Besonders zwischen den Mahlzeiten. Ich esse automatisch weniger, als vorher und vor allem bewusster.

Ein positives Resultat ist auch, dass ich 2 Kilo abgenommen habe ohne zu Hungern. Also das was viele Diäten versprechen, ist mir gelungen. Natürlich habe ich meinen ganz normalen Sport in dem Monat gemacht. Beides zusammen scheint zu reichen, dass sich mein Körpergewicht selbst generieren kann.

Eine ganze Menge erstaunlicher positiver Ergebnisse brachte der Verzicht auf den Zucker mit sich und ich kann jedem nur empfehlen das mal auszuprobieren.

zuckerfrei

Am Anfang nicht so einfach, am Ende umso schöner. Und vor allem weitaus besser als auf dem OP-Tisch zu liegen bei einer Wirbelsäulen OP.

Der Zucker Film

Das Thema Zuckerkonsum wird sehr gut im Film Voll Verzuckert – That Sugar Film behandelt. Hier der Trailer dazu:

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Wie geht’s weiter?

Ein wenig Zucker kommt zurück in mein Leben. Am Wochenende ist ein Stück Kuchen etwas Schönes. Ich betrachte diese süßen Speisen ab sofort als etwas Besonderes. Auch mal ein Stück Schokolade darf jetzt sein. Ich habe vorgestern mal wieder Schokolade gegessen … eklig süß. Weiterhin versuche ich Lebensmittel mit Zucker zu meiden. Sie sind nicht verboten, bekomme jedoch nicht mehr die Chance mich müde und träge zu machen. Langfristige Schäden kann ich dadurch auch vermeiden und das ist auch gut so. Vielleicht sorgt diese Umstellung für mehr Lebenszeit.

zuckerfreie Grüße sendet

Christian

9 thoughts on “Mein Verzicht auf Zucker – 1 Monats Challenge Erfahrungsbericht

  1. Hallo Christian,
    danke, dass Du uns Deine Erfahrungen ohne Zucker mitgeteilt hast. Sehr spannend, mal die Perspektive eines Mannes zu erfahren. Normalerweise ist Zuckerverzicht ja eher ein Frauending. Und du hast völlig Recht, kein Mensch kann ohne Zucker leben, denn selbst im Fleisch enthält jede Zelle einen Mini-Mini-Mini-Menge von irgendwelchen Kohlenhydraten. Das ist unumgänglicher Teil des Stoffwechsels der Zellen. Die meisten Menschen verzichten daher, wie Du, auf Industriezucker, also zugesetzten raffinierten Zucker. Der versteckt sich aber hinter viel mehr Namen als nur „Zucker“ und in unvermuteten Lebensmitteln, wie wir aus Anlass von Nadjas 30-Tage-ohne-Zucker-Experiment recherchiert haben. Nachzulesen hier: http://healthandthecity.de/ohne-industriezucker/
    Beste Grüße
    Alex

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