schenken mit herz

Weihnachten ist wie ein großer Raum. Die Wände stellen Liebe und Menschlichkeit dar. Die Tapete steht für die Geschenke und Gaben. Ein Zimmer in dem es sich gut Feiern lässt. Leider klebte der Kommerz in den letzten Jahren immer mehr Tapeten an die Wand, so dass sie immer dicker, der Raum immer kleiner wurde. Immer weniger Platz für Menschlichkeit und Herzlichkeit. So zeigt sich das Resultat in einer nie dagewesenen Art und Weise. Schenken ohne Empathie.  Weihnachten ohne Herz.  Festtage doch keine Zeit. Vorher schon froh, wenn alles wieder vorbei ist. Luftnehmende Konsum-Pflichten.  Jedes Jahr der gleiche Ablauf. Weihnachten mehr Prozess als Fest. Hieß es nicht immer, dass alles ein Fest der Liebe sein soll?

Mir wird es manchmal richtig schlecht, wenn ich andere Menschen in der Weihnachtszeit sehe. Das Fest windet sich wie ein Lifestyle-Geschenke-Tumor durch die Körper der Leute.  Eine Hauptschuld trägt aus meiner Sicht das blinde Verschenken von Dingen. Maximalismus beim Verschenken, sichert keinen maximalen Erfolg unterm festlichen Baum. Ich möchte dir in diesem Beitrag meine Gedanken zum Thema beschreiben. Egal ob zu Weihnachten oder  anderen Anlässen ist schenken die schönste Sache der Welt, wird denn noch sehr oft falsch gemacht und verfehlt sein Ziel. Ich habe mich bereits früher schon einmal mit dem Thema beschäftigt. Falls du einen Blick wagen möchtest:

Wie schenke ich?

Für mich ist das Schenken eines der schönsten Gefühle der Welt. Dabei ist es nicht einzig auf materielle Dinge beschränkt. Ein gutes Geschenk gibt dem Schenkenden mehr als dem Beschenkten. Ich liebe es zu erforschen, mit welcher Sache oder Geste ich dem Menschen gegenüber was wirklich Gutes tun kann. In dieser Geschenkfindungsphase kann ich mich erst einmal mit dem Menschen richtig auseinander setzen. Fragen wie: Was ist dieser Person wichtig? Worüber könnte sie sich freuen? Wurde unterschwellig oder zwischen den Zeilen ein Wunsch geäußert? Bestimmen mein Denken. Für mich ist es über die Jahre wichtig geworden nicht aus Schuld zu schenken, sondern aus Dankbarkeit.

Ich liebe es beispielsweise jedes Jahr zu Weihnachten meinem ganzen Team zum Fest Geschenke zu machen. Obwohl ich selbst in angestellter Position dieses Team führe, nehme ich mir die Zeit und die paar Euro um jedem Danke zu sagen. Nicht irgendein Geschenk, sondern etwas Individuelles oder selbstgemachtes versucht einen Glücklichen zu finden. Familie, Freunde, Bekannte – jeder der in meinem innersten ein Dankesgefühl erzeugt, bekommt die Weihnachtliche Anerkennung.  Dabei stehe ich auf einfache Dinge, mit einer Aussage, Sinn und viel Herz.

Worauf solltest du achten und wie geht …

… gutes und nachhaltiges Schenken?

Hier meine zehn Prinzipien für dich.

Prinzip 1: Nicht das Geschenk dem Menschen zuordnen – sondern umgekehrt

Das erste Prinzip hat es in sich, da du heutzutage sehr oft gezwungen wirst es falsch herum zu praktizieren. Bunte Läden oder das nach Klicks hechelnde Shopping-Internet laden dich dazu ein tolle Produkte zu finden, welche (so die Werbeslogans) perfekt zu deiner Familie oder Freunden passen. Oft sieht man ein Produkt und denkt: „Das könnte zu Tante Irma passen.“. Es wird gekauft und geschenkt. Doch hat man sich da wirklich mit Tante Irma auseinander gesetzt? Nein. Für mich ist dies eine Produkt-Geschenk-Zuordnung, mehr nicht.

Die besten Geschenke entstehen genau umgekehrt. Das heißt, dass du dir ohne Einflüsse von außen Zeit nimmst und darüber nachdenkst, was Irma glücklich macht. Im besten Fall hast du deine Fühler schon eine Weile darauf ausgerichtet und weißt was passt. Du machst dir Gedanken, bevor Herr Kommerz dir das Denken abnimmt. Auf der einen Seite wirst du dabei ein passenderes Geschenk finden, auf der anderen Seite setzt du dich mit der Beziehung des zu Beschenkenden auseinander. Du denkst dir bei dem Geschenk etwas.

Prinzip 2: Sinnvoller schenken

Ich erlebe immer wieder, dass Dinge geschenkt werden, die leider geil, fett und faul* machen. Geschenke, welche eine schlechte Lebensbilanz herausfordern. Wer seinem Kind zu Weihnachten einen großen Schokoladenteller schenkt, nachdem es in den Wochen davor schon zu viel Süßes gab, muss sich nicht wundern wenn schon bald die Metformin Pillen treuer Begleiter des Nachwuchses werden. Sinnvolle Geschenke sind Dinge, welche den Grips fördern (Bücher, Schachspiel, …) oder Bewegung steigern (Longboard, Selbstverteidigungskurs) sowie Erinnerungen erzeugen. Besser als Süßes und jedes Jahr eine neue Spielkonsole. Genauso solltest du vermeiden Alkohol zu verschenken, wenn der Beschenkte so schon gern einen übern Durst trinkt.

Mir ist bewusst, dass es heutzutage sehr schwer fällt sinnvoll und nachhaltig fürs Leben zu schenken.  Dafür sind die Reize des Kommerzes einfach zu stark. Doch wenn du diesen Grundgedanken komplett außer Acht lässt, dann müllst du deinen Gegenüber nur zu. Schrottwichteln fürs Leben, wobei der Schrott hier Fettleibigkeit oder eine verschobene Wertevorstellung ist.




Prinzip 3: Selbstgemachtes verschenken

Es erfordert schon eine ganze Menge Kreativität, Geschick und Herz seine Geschenke selbst herzustellen. Doch ist dies nicht genau das die Seele eines Geschenks? In dem Moment wo ich realisiere, dass ich etwas Selbstgemachtes geschenkt bekomme, dann freue ich mich mehr als bei einem Kauf-Geschenk. Der Schenker hat sich nicht nur Gedanken gemacht, was zu mir passt sondern sich auch die Zeit genommen für mich etwas zu basteln.

Dabei ist es gar nicht so schwer etwas selbst zu machen. Manchmal fehlen nur die Inspirationen, was möglich ist. Ich kann dir empfehlen einen Blick in folgende Bücher zu werfen:

Ansonsten hilft dir natürlich auch Google und Youtube. Ich wette unter dem Suchbegriff „Selbstgemachte Geschenke“ wirst du einiges finden.

Ich kann mich noch erinnern, als ich vor einigen Jahren eine Flaschen-Keks-Mischung verschenkt hatte (an über 20 liebe Menschen). Hierfür musste ich einige Punica-Flaschen austrinken, habe dann schichtweise die Zutaten eingefüllt, eine Backanleitung angefügt, fertig.  Am Ende musste der Beschenkte nur noch Milch und Butter zu der Flaschenmischung hinzufügen, kräftig rühren, Kekse formen und dann ab in den Ofen. Bei Amazon gibt es dies schon in fertig und du kannst beispielsweise eine Gute-Laune-Cookies Backmischung in dekorativem 530ml Weckglas* kaufen. Am Ende kannst du dies ganz einfach und individuell selbst herstellen. Im Endeffekt besitzen die selbstgemachten Geschenke das meiste Herz.

Prinzip 4: Schenken aus dem Bauch heraus

Vom Herz geht’s in den Bauch. Mir passiert es oft, dass ich gar nicht beim Geschenke suchen bin, dennoch über etwas stoße, wo mein „Bauch fühlt“, dass es ein gutes Geschenk für Jemanden ist. Es durchfährt mich wie ein Blitz und mein Kopf sagt, dass es perfekt passt. Doch leider ist kein Weihnachten oder Ehrentag in Sicht. Ich merke mir dann diese Inspiration um sie wieder zu vergessen. Nicht lachen, es ist mir jedoch bereits sehr oft passiert, dass ich eine tolle Idee hatte, doch wenn der Tag des Schenkens gekommen ist, war sie vergessen. Gedanken wie „Ich hatte doch damals so eine gute Idee“ gepaart mit Selbstwut weil ich es wieder vergessen habe.

Entweder machst du es dann direkt nach dem Prinzip 8, oder du schreibst dir diese Idee auf. So kannst du sicher sein, dass du es nicht vergisst wenn es soweit ist. Besser ist es sogar auf dein Bauchgefühl zu hören und das Geschenk direkt zu kaufen bzw. zu basteln. Es spricht nichts dagegen auch einmal etwas zu besorgen, wenn noch ein paar Monate Zeit sind, oder? Höre beim Schenken auf dein Bauch und schenke mit Herz.

Prinzip 5: Individuelles Schenken

Dieses Prinzip ergänzt das erste Prinzip. Ich ertappte mich in der Vergangenheit auch des Öfteren, dass ich bei einigen Anlässen eher eine Fließbandbeschenkung durchgeführt habe. So waren besonders zu Weihnachten die bis vier fernere Verwandte, welche zu Besuch kamen und bei denen ich wusste, dass sie auch immer eine Kleinigkeit mitbrachten. Damals besorgte ich aus Höflichkeit (Prinzip 10) auch einige Dinge. Dabei habe ich es mir sehr einfach gemacht und jedem einen Pralinenkasten und eine Silvester-Glücks-Rakete geschenkt. Natürlich waren es verschiedene Kästen, doch diese Art von Beschenkung ist nicht wirklich kreativ, oder? Spätestens wenn dann ein Verwandter den anderen trifft und das Gespräch in Richtung Weihnachtsgeschenke geht, dann ist es sehr unangenehm, wenn alle feststellen, dass jeder dasselbe bekommen hat.

So wie jeder Mensch auf Erden anders ist, so wie du auch zu jedem ein anderes Verhältnis und die damit verbundenen Erinnerungen hast … so solltest du nicht alles gleich abtun. Versuche es deshalb zu vermeiden um etwas individueller zu Schenken.

Prinzip 6: Wenig schenken (dafür gut)

Wie leben in einer Welt der Überflüsse und des Maximalismusses. Dies macht sich besonders an den Festtagen oder Geburtstagen bemerkbar. Es landet viel zu viel auf dem Gabentisch, oft in billiger Qualität. Anstatt einen riesen großen Beutel Süßes vom Discounter mitzubringen, finde ich es besser auf Qualität und Nachhaltigkeit zu achten. Lieber fair gehandelte Schokolade, als gestreckte Massenware. Lieber einen richtig guten Pralinenkasten von einer guten Confiserie*, als NoName-Trüffel. Auch wenn ich kein Freund des übertriebenen Konsums bin, empfinde ich kleine qualitätsvolle Geschenke als größere Wertschätzung.



Hier habe ich einen guten Tipp für dich. Wenn ein Freundeskreis zum Geburtstag eingeladen ist, dann sollten sich alle untereinander  verständigen und für ein „großes Geschenk“ sammeln. Das ist viel besser als wenn jeder nur einen Staubfänger oder ein Naja-Geschenk gibt, oder? Vor allem zeigt es dem Beschenkten, dass sich mehrere Menschen Gedanken gemacht und zusammen etwas ausgedacht haben.

Prinzip 7: Zeit und Erinnerungen schenken

Das wertvollste Geschenk ist Zeit und eine gemeinsame Erinnerung. Ich liebe es diese Dinge auszuwählen und damit zu zeigen wie wertvoll der Gegenüber ist. Ein selbstgebastelter Gutschein für:

  • Ein gemeinsames Essen
  • Einen gemeinsamen Tagesausflug
  • Einen Bob-Ross Malkurs
  • Ein Dinner im Dunkeln
  • Ein Escape-Room Abenteuer (Escape-Room-Finder)

ist ein sehr wertschätzendes  Geschenk. Es verbindet Zeit mit einem gemeinsamen Erlebnis. Denn du nach Jahren zurück denkst, bleibt dies viel stärker im Gedächtnis, als so manches materielles Mitbringsel.

Prinzip 8: Zwischendurch überraschen

Es ist nicht immer notwendig auf Anlässe zu warten. Weihnachten, Nikolaus, Ostern oder Geburtstage beanspruchen nicht das alleinige Geschenke-Recht. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sich alles an diesen Zeiten (zwanghaft)komprimiert, den Rest des Jahres herrscht Ruhe. Warum nicht das Prinzip Nummer vier nutzen und gleich schenken?

Möchtest du dich bei einem Menschen bedanken, dann ist dies eine sehr gute Möglichkeit auch zwischendurch eine Überraschung zu bereiten, oder? Du brauchst keinen Grund dafür, wenn du es willst, dann schaffst du dir diesen Grund. (schmunzel) Das beste Beispiel sind die frisch Verliebten. Egal ob zum Danke, zum schön-dass-es dich-gibt oder zum einmonatigen Jubiläum, es wird Geschenkt was das Zeug hält. Viel besser als sich nur auf bestimmte Festtage zu konzentrieren.

Meiner Meinung nach liegt die Magie eines Geschenks darin, dass ich vorher nicht weiß was ich bekomme. Nicht ohne Grund packt man sie ein. Den Karton in die Hand nehmen, schütteln um zu ahnen was es sein kann macht doch den meisten Spaß, oder? Diesen Moment nimmst du komplett wenn du fragst was sich gewünscht wird und genau das überreichst.  Überrasche die Glücklichen!

Prinzip 9: Schenken ist keine Verpflichtung

Das wichtigste Prinzip fast zum Schluss. Schenke niemals weil du schenken musst bzw. solltest.  Tu es nur wenn du es willst. Dabei leitet dein (Bauch)gefühl dich sehr gut. Ich erinnere mich immer noch an meine Mutter vor vielen Jahren wie sie oft sagte: “Warum schenkst du David etwas. Er hat dir doch auch nichts zum letzten Geburtstag gegeben.“.  Auch Sätze wie: „Vergiss nicht noch ein Geschenk für David zu besorgen. Er hat dir zu Weihnachten auch was Schönes gegeben.“ kamen.

Für mich war und ist dieses Denken absolut unverständlich. Es ist doch kein gegenseitiger Schlagabtausch, bei dem abwechselnd Jeder einen Schlag hat. Möglicherweise ist es dir auch schon ein paar Mal passiert, dass du nur aus Höflichkeit geschenkt hast. Warum? Das musst du nicht.

Prinzip 10: The best things in life are free

Wenn Jemand zu dir ehrlich ist, dir helfend die Hand reicht, dir ein Lächeln schenkt, sich Zeit für dich nimmt, dir bei Krankheit eine Hühnersuppe kocht, mit anpackt, dir ein Danke ausspricht, großes Verständnis zeigt oder dich einfach in den Arm nimmt, dann sind dies die größten Geschenke des Lebens. Alltägliche Kleinigkeiten, die gesehen und gegeben werden können. Vor vielen Jahren sang Janet Jackson „The best things in life are free“ und sie hatte damit Recht. Was wären die teuren materiellen Geschenke ohne diese liebenswerten Kleinigkeiten wert? Nicht viel, oder?

Zusammenfassung

Versuche dem Schenken die menschlichen Werte von damals einzuhauchen. Kaufen, einpacken lassen und übergeben, kann ein gutes Prinzip sein, muss es aber nicht. Besonders in der Flut der Möglichkeiten gehen Individualität, Herz und die Aussage verloren. Schenke so, dass deine Gaben dies übermitteln und versuche Erinnerungen damit zu erzeugen. Es ist erfüllend für beide, wenn ein Geschenk eine gute Seele hat.

Ein paar schöne Festtage wünsche ich dir

Christian

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One thought on “Minimalismus – Wie verschenke ich ohne viel Kommerz doch mit Herz?

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