Hallo,
viele Menschen, die ihr Leben vereinfachen wollen und mehr etwas minimalistisch sein möchten, haben einen langen Weg und viele Fragen vor sich. Klar ein wenig „entrümpeln“ kannst Du immer und das ist nicht schwer. Wenn es einen Schritt weiter geht und sich die Frage stellt, was Du wirklich brauchst wird es nicht leichter.

Besonders schwer fällt es mir mich von den persönlichen Sachen zu trennen. Das sind Sachen die mit Herz und Erinnerungen verknüpft sind – aus der Zeit wo nicht jede Lebenssekunde mit einem Handyfoto festgehalten werden konnte. Dinge zum Anfassen sozusagen. Ein paar Sachen finde ich in den Schränken, weitere Dinge stehen als Staubfänger auf den Möbeln und wiederum andere Stücke habe ich in einem „Rümpelzimmer“ oder Keller verstaut. Es finden sich überall Erinnerungsstücke aus meinem Leben an. Möglicherweise geht es dir ähnlich?

Hierfür habe ich für mich eine Lösung gefunden, die mir mehr und mehr gefällt. Die Kiste mit den Erinnerungen. Und möglicherweise gefällt sie dir auch?

Erster Schritt ist es erst einmal alle Sachen, die für dich persönliche herzliche Erinnerungen darstellen, an einen Ort (am besten mitten in einem Zimmer) zusammen zu tragen. Es ist hierbei durchaus möglich, dass ein großer Haufen entsteht. Diesen solltest Du erst mal kleiner machen. Am besten sortierst Du diesen großen Haufen in drei kleinere. Auf einen tust du die Dinge, von denen du dich im Notfall trennen könntest. Einen weiteren Haufen füllst Du mit den Sachen, von denen Du dich niemals trennen könntest. Der dritte Haufen ist das „Dazwischen“ wo Du nicht sicher bist. Diese Methode kennst Du bestimmt schon von allgemeinen Entrümplungen. Kann natürlich auch auf die persönlichen herzlichen Sachen angewendet werden.

So nun wird es hart. Denn alles was aus den „könnte ich mich im Notfall trennen“-Stapel liegt, entsorgst Du direkt und ohne nachzudenken.

Anschließend schaust Du was Du alles an Fotos (also die aus Papier) vielleicht einscannen kannst, anstatt verstauben zu lassen. Da gehst Du noch Briefe und Geburtstagskarten durch. Die Standardglückwünsche und Standardbriefe (wo nichts Persönliches enthalten ist … also eher Berichte über Wetter, Essen und Unternehmungen im Urlaub) brauchst Du diese wirklich noch? Nein – weg damit.

Gehe weiter durch die Haufen und schaue nach doppelten Dingen. Wenn zum Beispiel ein guter Freund dir immer wieder einen Stein von den Stränden im Urlaub mitbringt, dann suche dir den besten für dich schönsten davon aus. Wirf die anderen weg. Auch Bücher, bei denen Du selbst denkst dass es unwahrscheinlich ist sie noch mal zu lesen … weg damit oder auf den Flohmarkt. Auch wenn sie mal ein Geschenk waren. Du hast das Buch bestimmt durchgelesen und warum sollte es dir Platz weg nehmen?

Hast Du dich eine Weile mit den ganzen Sachen beschäftigt, sollte der Berg kleiner sein. Mein Tipp: Für jeden Menschen, Freund oder Freundin sollte jedoch mindestens DAS EINE Erinnerungsstück über bleiben. Und auch das beste Erinnerungsfoto sollte nicht gescannt werden und kann über bleiben. Sowie von jedem Urlaub oder Erlebnis das schönste Bild. Der Rest ist vielleicht schon digitalisiert – das reicht völlig aus.

Und jetzt heißt es diese ganzen Erinnerungsgegenstände in eine Kiste zu packen. Ja du hast richtig gelesen. Suche dir hierfür eine richtig schöne Kiste aus. Gern auch eine kultige aus Holz oder vielleicht ein alter Koffer. Im Grunde etwas, was es wert ist Erinnerungen zu beherbergen. Ich habe auf unseren Dachboden eine Holzkiste gefunden. Diese habe ich ein wenig geschliffen und gestrichen. Und hier habe ich alle meine Erinnerungen rein getan.

Somit hast Du nicht alles irgendwo rumstehen oder liegen. Du muss nichts abstauben und weist jedoch, dass diese eine Kiste quasi die Kiste deiner Erinnerungen ist. Wenn Du mal in der Stimmung bist, dass Du an die Vergangenheit denkst, dann ist es Zeit die Kiste mal wieder zu öffnen. Auch sind Dinge die Du eine Weile nicht siehst (ein Bild an dem Du jeden Tag 5-mal vorbei läufst) irgendwie wertvoller, wenn sie seltener aber bewusster betrachtet werden.

Und sollte es mal brennen oder die schnelle Flucht aus deiner Wohnung notwendig sein, dann hast Du mit einem Griff deine ganzen und wertvollsten Erinnerungsstücke „griffbereit“.
Also denk mal drüber nach. Ist es nicht besser nur die wertvollsten Erinnerungen zu behalten, dann aber doch mehr zu schätzen und zu schützen?

Vergiss auch nicht, dass Erinnerungen im Kopf gespeichert und unser Gedächtnis ist immer noch die kleinste Kiste wo das meiste reinpasst.

Viel Spaß beim Sortieren wünscht

Christian

One thought on “Minimalismus Tipps: Die Kiste der Erinnerungen

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