Vorsicht,

du wurdest grad bestohlen, und ich habe es gemerkt. Du glaubst mir nicht? Dann lese weiter und du wirst verstehen. Mit diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie du den Dieb fängst, und was ein Aktiensparplan damit zu tun hat.

Null Prozent Zinsen – so titelten alle führenden Medien in den letzten Tagen. Nachdem Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, den Leitzins noch mal senkte, sollte dem letzten Sparer bewusst sein, dass es nahezu keine Zinsen mehr gibt. 0,05 Prozent gibt es derzeitig auf die meisten Spareinlagen. Tendenz fallend. Die Inflationsrate hingegen liegt bei 0,3 Prozent und frisst deine Zinsen auf. Genau hier findest du den Dieb, und musst etwas dagegen tun.

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http://www.finanz-tools.de/inflationsrechner-kaufkraftverlust.php

Vor 6 Jahren hingegen lag der Leitzins bei 4 Prozent und somit 80 Mal höher, als die aktuellen Zinskonditionen. Du musst aktuell 80 Mal mehr Geld anlegen, um die den gleichen Betrag an Zinsen zu bekommen. Doch was tun?

Eine gute Möglichkeit dein Geld zu investieren ist der Aktiensparplan. Dies ist eine Kombination aus Sparen und Aktien, wobei du dein monatlich gespartes Geld automatisch in (verschiedene) Aktien investierst.

Monatlich Sparen – ohne dass du es merkst

Ich schlage dir vor jeden Monat am Tag des Gehaltseingangs einen festen Betrag automatisch wegbuchen zu lassen. Dies kann durch einen Dauerauftrag geschehen, oder auch via Einzug und direkten Aktienkaufs. Das Geld zu investieren, bevor du es siehst, ist das Geheimnis des erfolgreichen Sparen. Möchtest du hingegen lieber das übrige Geld am Ende des Monats zurücklegen, dann wirst du eher scheitern. Es ist so, als wenn du eine Diät machst und dein Kühlschrank ist voller ungesunder Nahrung. Du wirst es essen, obwohl du zu dick bist. Das gleiche Prinzip trifft aus Sparen zu. Ist dein Konto im Laufe des Monats gut gefüllt, gibst du mehr Geld aus. Oftmals auch für Sachen, die du nicht wirklich brauchst.

Drei Vorteile auf einmal – das geht doch gar nicht

Wer Aktien kauft ist (risiko)reich. Dieser Glaubenssatz ist in vielen Köpfen so verankert wie die GEZ in unserem System. Jetzt ist es an der Zeit diesen Denkfehler zu begraben. Ein Aktiensparplan ermöglicht es jeden, der 25 Euro im Monat zurücklegen kann, anzufangen zu investieren. Du musst nicht reich sein, kannst es dafür werden. Für dich besteht beispielsweise die Möglichkeit für 100 Euro pro Monat vier verschiedene Aktien zu kaufen. Kostet ein Wertpapier 50 Euro und du sparst monatlich 25 Euro darauf, bekommst du ein halbe Aktie. Nach 2 Monaten hast du dann eine ganze Aktie. Nach einem Jahr schon sechs Stück. Da der Kurs ständig schwankt, sieht ein realistisches Bild eher wie folgt aus:

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Du kaufst jeden Monat unterschiedlich viele Aktienanteile, da der Kurs schwankt. Vielleicht fällt dir direkt etwas auf. Ist der Kurs hoch, dann werden weniger Anteile gekauft, als in Monaten mit niedrigem Kurs. Hier kaufst du mehr und billig. Und genau das ist der zweite Vorteil. Du brauchst dir keine Gedanken zu machen wann der richtige Zeitpunkt ist einzukaufen. Du kaufst immer. Durchschnittspreiseffekt (Cost Average Effekt) nennt sich diese mathematische Magie in der Praxis.





In unserem Beispiel lief es richtig gut. 300 Euro wurden investiert (12*25 Euro) und der Wert des Papieres liegt schon bei 328,23 Euro.

Die geringen Gebühren sind der dritte Vorteil. Bei jedem Wertpapierkauf fallen normalerweise Gebühren an. Diese Kosten sind in bestimmten Fällen sehr hoch. Zum Beispiel, wenn du einen Fond kaufst oder eine amerikanische Aktie direkt an der Börse in New York. Beim Sparplan hingegen liegen die Gebühren meist zwischen 1 – 2 Prozent. Für den Einsteiger ist diese Gebührenstruktur einfach nachvollziehbar und auch attraktiv.

Linktipp: 100 Euro im Monat übrig - Tipps zum Geld anlegen

Gewinne und Verluste

Aktien gehören zu den Risikoanlagen. Ein fallender Kurs, bedeutet Geldverlust. Durch den regelmäßigen Kauf kleinerer Portionen, milderst du das Risiko deutlich. Wenn du zusätzlich verschiedene Aktien, aus verschiedenen Bereichen kaufst, dann verringerst du das Risiko wiederum weiter. Das ist der Fall wenn du monatlich 100 Euro sparst wie folgt investierst:

• 25 Euro in eine Technologieaktie
• 25 Euro in Nahrung / Getränke
• 25 Euro in Pharmaka
• 25 Euro in Banken

So ist dein Depot nach einiger Zeit abwechslungsreicher aufgebaut (diversifiziert). Sollte es dann eine Bankenkriese geben, dann hat diese nur ein Viertel Einfluss.
Angenehmer ist es über die Gewinne zu schreiben. Der erste Gewinn ist, dass du überhaupt sparst. Klingt verrückt, ist aber nicht so. Entscheidest du dich dein Geld zu sparen und langfristiger zu denken, gehörst du zu den Gewinnern. Weiterhin steigen langfristige Anlagen in den meisten Fällen. Das heißt, dass dein angelegtes Geld sich vermehrt. Hier einmal die Entwicklung zusammengefasst der 30 deutschen größten Unternehmen in den letzten Jahren.

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Es gab in den letzten Jahren gute Möglichkeiten preiswert einzukaufen. Das sind die Zeiten, in denen die meisten Menschen von Krisen reden. Warren Buffett sagt dazu: „Seien Sie ängstlich, wenn die Welt gierig ist und seien Sie gierig, wenn die Welt ängstlich ist.“ Ohne viel nachzudenken, macht das genau ein Wertpapiersparplan.

Achtest du bei der Wahl deiner Aktien darauf, dass sie regelmäßig Dividende zahlen, dann sicherst du dir zusätzlich ein kleines passives Einkommen. Dieser Geldbrunnen fließt dann jedes Jahr stärker, da du regelmäßig sparst und dadurch auch mehr Anteile besitzt.

Leider bietet noch nicht jede Bank die Möglichkeit des Aktiensparens an. Ich empfehle dir dafür ein Sparplan bei zum Beispiel folgenden Instituten:

Die ersten 2 Broker nutze ich selbst, bin sehr zufrieden, und kann sie auch für Einsteiger empfehlen. ING DIBA habe ich selbst noch ich genutzt, jedoch bekomme ich diese Direktbank von Freunden empfohlen, wenn es ums Wertpapiersparen geht.

Am Ende bleibt …

… die Erkenntnis, dass du dich mit kleineren regelmäßigen Beträgen Aktien kaufen und clever investieren kannst. Bei einem längerfristigen Anlagehorizont wirst du mit einem Aktiensparplan eine gute Alternative in der Geldanlage finden. Besonders dann, wenn du verschiedene Werte in dein Depot nimmst um das Risiko zu mindern und die Rendite zu steigern.

Und somit hast du den Dieb in die Flucht geschlagen. Herzlichen Glückwunsch.

Christian


Meine Tipp für ein einfaches Einsteiger Depot


2 thoughts on “Null Prozent Zinsen – hilft ein Aktiensparplan?

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