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es kann sich anfühlen, wie tausende kleine Fesseln. Sie machen dich abhängig, schwer und nehmen dir die Freiheit. Dennoch tust weiter viel dafür diese Fesseln noch mehr festzuzerren. „Darauf möchte ich nicht mehr verzichten.“ – kommt dir dieser Gedanke auch hin und wieder?

Die Menschen entwickeln sich ständig weiter und täglich wird geforscht und erfunden um es Jeden angenehmer zu machen und individueller zu gestalten. Diese Entwicklung spitzt sich immer mehr zu, und sie nimmt durchaus bizarre Formen an. So ist es schon lange möglich seine Nahrungsmittel per Mausklick zu bestellen. Einkleidungsagenturen sorgen sich darum, dass du nicht mehr darum kümmern musst, deine Sachen selbst zusammenzustellen. Und selbst Barfußschuhe, die dir das Gefühl geben Barfuß zu laufen, gibt es schon. Diese Beispiele werden aktuell noch als Trend angepriesen, werden dennoch für immer mehr Menschen zu Normalität.„Darauf kann ich auch verzichten.“ – denkst du jetzt.

Doch wie verhält es sich mit anderen Dingen? Kannst du auf dein Auto verzichten und dennoch auf Arbeit kommen? Kannst du dir vorstellen kalt zu duschen und auf warmes Wasser zu verzichten? Schaffst du es zwei Tage ohne dein Smartphone? Hast du Lust regelmäßig mal einen Tag nichts zu essen? Kannst du noch ohne Internet und Navigationssystem ein Ziel erreichen? Vermagst du auf Schokolade zu verzichten?

Bei diesen Fragen wird es dir schon schwerer fallen mit JA zu antworten. Es gibt tausende Dinge, die dein Leben komfortabler machen (sollen). So wird es jedenfalls in guter Verkäuferschulung genannt. Die Grenze zwischen komfortable und einsetzende Faulheit scheint manchmal zu verschwimmen. Viele Menschen können nicht mal mehr Brötchen selbst backen und sind mit der Fessel zum Bäcker oder Backshop gehen zu müssen gefangen. Um einige Fesseln loszuwerden, solltest du lernen zu verzichten. Zurück zu den Wurzeln. Das klingt hart, ist es in manchen Fällen auch. Es macht dich dennoch freier und glücklicher. Je weniger du unbedingt brauchst, desto unabhängiger bist du.

Auf das Auto zu verzichten zum Weg zur Arbeit, war eine meiner ersten Erfahrungen dazu. Ich habe einen Weg von 22 Kilometer zur Arbeit und bin jahrelang diesen Weg gefahren. Hättest du mich vor 5 Jahren gefragt, ob ich auf mein Auto dafür verzichten könnte, meine Antwort wäre Nein gewesen. Nicht mal vorstellen hätte ich es mir können. Mittlerweile ist es für mich normal 1-2 Mal in der Woche das Fahrrad zu nutzen. Ich verzichte bewusst auf das Auto, tue meinem Körper etwas Gutes, schone die Umwelt und spare sogar ein wenig Benzingeld. Und vor allem macht es Spaß. Die wichtigste Erkenntnis dabei für mich ist es zu wissen, dass ich nicht auf das Auto angewiesen bin. Ich komme auch ohne zur Arbeit wenn es sein müsste. Wichtiges Wissen – dadurch erlange ich mehr Selbstbewusstsein und auch ein Stück Freiheit. Eine Fessel weniger.

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Auch das warme Duschen habe ich mir abgewöhnt. Mit zwei Freunden haben wir einen Monat jeden Tag kalt geduscht – eine Real Life Challenge. Und ja – die erst paar Mal waren echt kalt. Die Reaktionen des Körpers waren einprägsam, und ich brauchte echt einen starken Willen um morgens im Eiswasser zu stehen. Heute ist es so, dass ich gern kalt duschen gehe. Nicht nur dass es den Kreislauf in Schwung bringt, es härtet auch ein wenig ab. Wenn es jetzt draußen kalt ist oder ich im Durchzug bin, macht es mir so schnell nichts mehr aus. Wo ich mich früher unwohl gefühlt habe, ist es kein Problem in diesen Zustand zu „überleben“. Noch eine Fessel weniger und eine größere Komfortzone.

Auch ab und zu mal richtig zu Wandern und auf ein Hilfsmittel zu verzichten, macht mich selbstbewusst und frei. Einfach zu wissen, dass 30 Kilometer laufen drin sind ohne „zusammenzubrechen“, macht stark. Es muss nicht alles gefahren werden.

Selbst der komplette Verzicht auf Facebook hat mir mehr gebracht, als genommen wurde. Natürlich ist es etwas mühsamer Kontakte zu organisieren und zu finden, ich weiß auch nicht immer was alle meine Freunde und Bekannten denken und machen. Das ist nicht schlimm. Dadurch habe ich Zeit gewonnen, viel Zeit. Ich muss nicht mehrmals am Tag die Neuigkeiten checken und kommentieren. Aus dem Netzwerk auszusteigen war für mich damals ein richtiger Verzicht und nicht einfach. Nun bin ich stolz darauf, dass ich es geschafft habe und habe vor jedem Respekt, der auch „facebookfrei“ ist, oder gar nicht erst einsteigt. Ich denke hierbei handelt es sich um eine zeitfressende Fessel. Jeden Tag nur 20 Minuten Facebook kosten dir ein ganzes Jahr im Leben.

Das sind vier persönliche Beispiele aus meinem Leben. Es gibt noch viel mehr Dinge auf die verzichtet werden kann um entfesselnd zu wachsen. Oftmals werde ich kritisiert, wenn ich bewusst auf etwas verzichte und dies dann auch nach außen trage. Sätze wie: “Du lebst zu minimalistisch.“ Oder „Verzichte nicht so viel, lebe lieber mehr!“ kann ich mittlerweile sammeln (lach). Ich finde eines der besten Gefühle im Leben ist es, nach einem Verzicht wieder bewusst genießen zu können. Genießen ist Leben. Wer es noch nicht probiert hat, kann es auch schwer verstehen.
Ich finde bemerkenswert wenn ein Mensch 2000 Kilometer im Jahr mit dem Rad zur Arbeit fährt, oder wenn Jemand im Eiswasser baden geht. Was meinst du?

Je mehr du für dich realisierst, dass du OHNE etwas auskommen kannst, desto besser wird es dir gehen. Du musst nicht ohne etwas auskommen, bist aber trainiert und kannst es. Gleichzeitig kommst du immer mehr dem Hamsterrad was die „Gesellschaft“ für dich gebaut hat. Verzicht ist das ablegen einer Gewohnheit – mehr nicht.

5 Verzichtsmöglichkeiten, die du einmal versuchen solltest

Natürlich kannst du dich auch eigenen „Verzichten“ stellen. Wenn du es dann geschafft hast, dann bist du stolz auf dich, hast eine Fessel weniger und eine Gewohnheit abgelegt bzw. unter Kontrolle. Und vor allem wird dir das erste Stück Schokolade besonders gut schmecken und die Wanne wird ein Wellnesstraum.

Viel Spaß beim Genießen wünscht

Christian


Link Tipp zum Thema kalt duschen

http://aesirsports.de/2015/02/life-domination-vi-abhaertung-regeneraton-die-vorteile-der-kaltdusche/

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2 thoughts on “Selbstbewusstsein stärken und glücklicher sein durch Verzicht?

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