Hallo fleißiger Sparer,

immer wieder werde ich kritisch angeschaut, wenn ich erzähle, dass ich einen Teil meines gesparten Geldes in Aktien investiere. „Über Geld spricht man nicht“ – so ist hierzu die Ansicht vieler Menschen. Ich verstehe bis heute nicht, warum das so ist. Falls ich doch mal das Thema anreiße und meine Investments erwähne, dann bin ich in den Köpfen der Anderen entweder der verrückte risikoreiche Spekulant oder ein Finanzgenie. Doch Beides ist nicht der Fall. Es ist anders …

… eher wie backen. Du benötigst Zutaten, Wissen und Werkzeuge um einen leckeren Kuchen herzustellen. Das Rezept stellt das Wissen da. Die Zutaten findest Du in Mehl, Zucker, Eier und Co wieder. Und das Werkzeug ist in den meisten Fällen ein guter funktionierender Ofen.

Bei einem Investment in Aktien gibt es nur eine Zutat – Geld. Dein Werkzeug ist dein Depot bei einem Broker und das Wissen benötigst Du um Aktien zu bewerten und zu kaufen. Backen und Investieren sind sehr ähnliche Vorgänge. Viele Leser werden jetzt denken:“Beim Aktienkauf kann ich aber Geld verlieren.“. Ja das stimmt – jedoch ist das meistens der Fall, wenn was falsch gemacht wird. Machst Du beim Kuchen backen etwas falsch, dann droht sogar der Totalverlust (angebrannter Kuchen, Backpulver vergessen, …).

7,5 % Rendite bekommst du jährlich

Meine Familie sagte früher immer zu mir: „Du musst nicht der Beste in der Schule sein. Durchschnitt oder etwas über Durchschnitt schaffst Du mit Links.“. Heute finde ich diese Sichtweise sehr erwachsen und fair, da ich keinen extremen Druck hatte mein Abitur super abzuschließen. Im Gegenteil – es fiel mir vieles leichter ohne den Druck. Und genau dieser Durchschnitt sollte dein Ziel sein beim Aktieninvestment sein. Denn Du bekommst zirka 7,5% Rendite jährlich.

Angenommen Du legst einen Betrag von 10.000 Euro an, dann hast Du

  • nach 10 Jahren den Betrag verdoppelt
  • nach 20 Jahren mehr als vervierfacht
  • nach 32 Jahren schon verzehnfacht

Bist Du jetzt 30 Jahre alt, dann kannst Du dich mit 62 über 100.000 Euro freuen.

Du solltest jetzt natürlich blind Aktien kaufen und die zurück lehnen und darauf hoffen, dass sich dein Geld vermehrt. Das ist vergleichbar mit einem Kuchen backen aus zufälligen Zutaten aus der Küche. Spätestens wenn Du Wurst und Marmelade verwendest, wird der Kuchen nichts.

Das richtige Rezept

Ja – auch beim Aktienkaufen gibt es eine „Investitionsbackmischung“. Den ganzen Betrag in ein Unternehmen zu investieren ist nicht richtig. Du solltest dich auf verschiedene Branchen konzentrieren. So könntest Du zum Beispiel wie folgt wählen:

– Banken (z.B. VISA oder Master Card)
– Computer und Hardware (z.B. Apple)
– Nahrungsmittel (z.B. Wal-Mart)
– Immobilien (z.B. Unilever)
– Dienstleistungen (z.B. Facebook und Netflix aus dem Bereich Internet)

Diese Mischung nennt sich Diversifikation im Aktien-Slang. Bei dieser Anlagestrategie kann es ruhig mal eine Krise in der Immobilienbranche geben. Das ist nicht weiter schlimm, da die anderen Branchen damit nicht verknüpft sind. Auch wenn mal die Banken eine Krise haben, werden trotzdem Lebensmittel benötigt. Somit gelingt es dir das Risiko zu verringern und dein Kuchen kann backen

Die Backzeit und die wichtigste Regel

Aktien sind keine Fast Food oder Mirkowellenprodukte. Das heißt, dass eine gekaufte Aktie auch eine Weile im Depot sein sollte. Wer heute eine Aktie kauft um sie morgen mit Gewinn zu verkaufen, gehört zu den Spekulanten und erhöht sein Risiko um ein vielfaches. Du solltest, nachdem Du sorgfältig eine Aktie ausgewählt hast langfristig denken. Schau dir mal den DAX an. Einfach ausgedrückt gibt diese Kurve dir den Mittelwert der größten deutschen Aktienunternehmen an.

dax

Blaue Linie – 8% Entwicklung
Grüne Linie – 10% Entwicklung

Du siehst hier, dass es „Krisen“ gibt (2002 und 2009). Was zusätzlich gut dargestellt wird, ist die Erholung und Verbesserung des Kurses danach. Selbst, wenn Du heute Aktien kaufst und 50% deines Einsatzes morgen verlierst, dann wird sich die Entwicklung nach oben dennoch fortsetzen. Du solltest dann die Aktien entsprechend lange halten können. Das bedeutet, dass das Investierte Geld niemals zum normalen Leben eingeplant werden sollte. Darauf musst Du in jedem Fall verzichten können, wenn Du mit einem beachtlichen Gewinn in Ziel kommen möchtest.

Dividenden als Sahnehaube

Dividenden sind eine freundliche Geste der Unternehmen dich als Investor am Gewinn teilhaben zu lassen. So wird ein Teil des Gewinns an die Aktieninhaber abgegeben. Angenommen Du hast die Allianz Aktie in deinem Depot mit einem Wert von 2000 Euro. Dann hättest Du dieses Jahr 99,80 Euro Dividende bekommen, da sie 4,99% Dividende bezahlt hat. Also bekommst Du im besten Fall zum Kursgewinn noch regelmäßige Extraeinnahmen zusätzlich. Da Du keinen Finger dafür bewegen musstest, nennt man dieses auch passives Einkommen. Manche Investoren kaufen bewusst „Dividendenstarke Aktien“. Angenommen man hat 150.000 Euro angelegt und bekommt 5% Dividende. Das macht im Jahr 7500 Euro, die man einheimsen kann ohne Aktien zu verkaufen.

Zusammenfassung

Die Tatsache eines Geldverlustes ist fester in den Köpfen der Menschen verankert, als ein stetiger Gewinn. Ich empfehle dir einen Teil deines gesparten Geldes in Aktien (gern auch Aktienfonds oder ETFs) anzulegen. Beachte hierbei

  • das Geld solltest du komplett ausplanen
  • kaufe mehrere Titel aus verschiedenen Branchen um das Risiko zu streuen
  • suche dir Unternehmen aus, die gleichzeitig schon lange Dividende zahlen

Dies ist erst einmal eine Grundbetrachtung zum Thema Aktien. In die Tiefe gehe ich in den nächsten Beitragen auf meinen Blog. Hast Du Fragen oder benötigst Du ein „finanzielles coaching“? Dann lass es mich einfach wissen.

Christian