Geld oder Leben - Frugales Vermögen vs. Hamsterrad Reichtum

Geld oder Leben – Frugales Vermögen vs. Hamsterrad Reichtum

„Geld oder Leben?!“ – eine altbekannte Gangster-Frage, welche dir mit einer Pistole an der Stirn gestellt wird. Was antwortest du? Nur wenige Sekunden zur Entscheidung bleiben! Würdest du dein ganzes Geld geben oder darum kämpfen? Ohne Geld ist das Leben nicht so schön und ohne Leben ist das Geld hässlich. Beides gehört zusammen und die Frage dabei ist: „Wie bekomme ich Geld und Leben unter einem zufriedenen Hut?“. Denn der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, ist genauso tragisch, wie nach jahrelanger Armut seinen letzten Weg anzugehen.

Nachdem ich einige Monate in frugaler finanzieller Freiheit gelebt habe und mit frischen Erkenntnissen von meiner Lebensreise zurück bin, möchte ich heute ein paar Geld-Leben-Gedanken mitbringen. Erkenntnisse, welche ich in den letzten Wochen gesammelt habe und die wie auf einer Waage liegend gut ausbalanciert werden müssen. Vielleicht helfen dir diese verrückten Denkansätze weiter und bringen dein Geldmindset ein wenig durcheinander. Wenn du also Lust auf Geld und Leben hast, dann ist dieser Beitrag genau der richtige. 😉

Finanzielle Freiheit und mehr

Geld oder Leben – was steckt dahinter?

Die (Lebens)Zeit steckt hinter allem, was mit Geld oder Leben zusammenhängt. Sie ist das einzige begrenzte Gut, welches mit dem Tod endet. Dabei kannst du auf der einen Seite deine Lebenszeit verlängern, indem du die Dinge tust, die für dich Leben bedeuten. Frei nach dem Motto: „Weniger arbeiten und mehr Leben.“ wirst du dennoch irgendwann darauf stoßen, dass ein erfülltes Leben Geld kostet. Zusätzlich kannst du im Geld deine Lebenszeit speichern. Solltest du einmal eine Million Euro geschenkt bekommen, dann hast du ein jahrelanges freies Leben. 😎

Da der Wunsch der Unsterblichkeit niemals erfüllt werden wird, heißt es nun so viel wie möglich zu leben. Solltest du richtig viel Geld erarbeiten, um später sicher und frei zu sein? Solltest du jetzt leben, um später sagen zu können, dass dein Dasein erfüllt war? Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen mit relativ wenig Geld zufrieden sind. Im Gegensatz sehe ich viele Menschen, die unwahrscheinlich viel Lebenszeit investieren, um später möglichst wohlhabend zu sein. Irgendwie ist Beides nicht ganz richtig, oder? Geld oder Leben?

1. Extreme sind nicht gut

Damals in der Schule sagte meine Oma oft zu mir: „Christian – du musst auf keinen Fall der Klassenbeste sein. Wichtig ist, dass du nicht der schlechteste Schüler bist.„. Für mich ist dieser Satz im Nachhinein so wertvoll. Ich weiß nun, dass sie damit vermitteln wollte, dass ich nicht den ganzen Tag in die Schule stecke, um das beste Ergebnis herauszuholen. Sie wollte zusätzlich, dass ich auch viel raus gehe zum Spielen und das Leben und die Kindheit bestmöglich genieße.

Was damals so dahingesagt war – so empfand ich es anfangs – ist eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens. Sie lautet:

Vor Extremen solltest du dich extrem hüten.

Und wie sagt man heutzutage im Volksmund? „Die Dosis macht das Gift!“. Extrem zu sparen ist genauso toxisch wie die 55. Wochenarbeitsstunde. Leider leben wir in einer Zeit der Extreme und Übertreibungen. Wir sind bereits so abgestumpft, dass ein NORMAL gar nicht mehr standartgemäß ist. In den Nachrichten bekommst du den heißesten Sommer, die höchsten Energiekosten und unzählige Rekorde zum Nachtmahl serviert.

Die Frage ist nicht: Geld oder Leben? Sondern solltest du erforschen, wie du Beides gut synchronisierst. Quasi eine gute Geld-Lebens-Balance schaffen. Übrigens sorgt allein das Ziel zu dieser Balance zu gelangen dafür, dass es dir besser gehen wird.

2. Jetzt oder später leben

Nachdem ich duzende finanzielle Beratungen geführt habe, muss ich leider feststellen, dass viele Menschen ihr Leben nicht ein wenig auf später verschieben können. Einen typischen Fall, den ich betreut habe ist Chantal (Name ist geändert). Chantal steht mitten im Leben, hat einen gutbezahlten Job und geht mit über 4.500 Euro brutto aus dem Monat. Sie lebt in einer Wohnung, hat keine Verpflichtungen und das Leben besteht darin viel zu arbeiten und in der verbleibenden Zeit das Geld auszugeben.

Nach zirka 20 Arbeitsjahren besitzt sie nicht mal ein Vermögen von 25.000 Euro und der größte Teil davon steckt in gefräßigen Riester-Produkten. Das Gute an ihrem Leben ist, dass sie viel Essen geht, reist und sich kauft was sie möchte. Eigentlich schön, oder? Die Kehrseite der Lebensmedaille ist, dass sobald sie mal keine Arbeit hat, nicht wirklich überlebensfähig ist. Es wird immer Geld gebraucht, um den Lebensstil aufrecht zu erhalten. Sie schafft es nicht einen simplen ETF-Sparplan anzulegen und jeden Monat ein paar Euro zu sparen.

Ich will jetzt leben

ist ihre Begründung. Das kann ich voll verstehen! Doch ist es nicht möglich im JETZT auch ein wenig für später zu tun? Sich so zu positionieren, dass Geld zu Vermehrung schickt, um später mehr davon zu haben?

Aus meiner Sicht solltest du immer so gut wie möglich leben… es dennoch schaffen mit jedem Lebensjahr Vermögen aufzubauen. Diese Kombination aus „Ich habe ein gutes Leben“ und „Mein Vermögen wächst“ ist bei der Frage Jetzt oder später leben eine sehr gute Antwort. Besonders in Hinblick auf die Rente ist dieses Denkmuster wohl mehr als angebracht. 🙂

3. Die Möglichkeit reicher zu werden durch Arbeiten

Lirum Larum Löffelstiel – wer viel arbeitet, der verdient auch viel. 😉 Die Frage hierbei ist:

Wann ist es genug?

Viele Menschen landen im Extrem des vielen Geldverdienens. Dabei sehen sie nicht, dass sie in dieser Zeit von Schweiß und Überstunden das Leben nicht genießen können. Besonders wenn Zeit und Einkommen nicht entkoppelt sind, kann dieses Hamsterrad dafür sorgen, dass man feststellt am Lebensende reich zu sein, doch nicht gelebt zu haben und verfettet am Beatmungsgerät nach Luft schnappt.

Ich denke in diesem Zusammenhang gern an „Die Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann.“ Sie zeigt, dass die Lösung so nah ist und es manchmal besser ist weniger zu arbeiten, um am Ende des Tages viel gelebt zu haben. Im Jetzt zu leben, heißt nicht jetzt so viel wie möglich zu arbeiten. Deshalb ist es auch gut darüber nachzudenken. Anstatt später steinreich zu sein, ist es auch eine gute Idee jetzt „nur“ reich zu sein und dafür jeden Tag mehr Zeit für die Menschen zu haben, die noch da sind.

4. Masse vs. Klasse

Das größte Problem in der heutigen Zeit ist, dass vieles so normal wird, dass eine gewisse Wertschätzung nicht mehr stattfindet. Ich kann mich noch erinnern als es früher ein Event war mit der Familie essen zu gehen. Es wurde geplant, sich darauf gefreut und dann mehr als zelebriert. Heute heißt es nur noch:

Wollen wir nachher essen fahren?

Urlaub, Theater, Frisör und vieles mehr ist so normal geworden, dass es sich nicht mehr wie Leben anfühlt. Wie Autopilot der Normalität fliegt alles an einem vorbei? Kennst du den Film Switch mit Adam Sandler? So in der Art kannst du dir das vorstellen. Es braucht manchmal weniger Geld, um mehr zu leben, wenn man den normalgewordenen Moment wieder zu schätzen beginnt.

Wenn du dies verstehst, dann verändert sich deine Antwort auf die Frage: „Geld oder Leben?“. Schaffst du es die normalen Momente wieder als besondere Zeiten zu schätzen, dann bereitet dir das Leben wieder mehr Freude und wird lebenswert.

5. Rational Denken und Handeln

Ich glaube das läuft heutzutage gewaltig schief. Einfach mal ein wenig rational über die emotionalen Dinge stehen. Ich möchte dir das mal an drei Beispielen verbildlichen:

  1. Um beim Online-Shopping fünf Euro zu sparen und das allerbeste Produkt zu bekommen, wird ewig recherchiert. Stundenlange Vergleiche, Nicht-Entscheidungen und Angst es doch einige Tage später billiger bekommen zu können 👉 kostet mehr Lebenszeit als alle Vergleiche wert sind.
  2. Klares setzen von Zeitfenstern spart immer noch viel Zeit für dein Leben, die mit steigendem Alter immer wichtiger wird.
  3. Tust du Dinge nicht gern und fragt dich Jemand sie zu tun? Dann lasse dich dafür bezahlen!

Ich weiß: Diese drei Vorschläge klingen nicht wirklich empathisch. Nicht empathisch der Welt gegenüber – doch du selbst sorgst für einen notwendigen wichtigen gesunden Egoismus, der dein Leben (und später die Leben der Anderen) bereichern wird.

Mit kleinen rationalen Stellschrauben kannst du so viel erreichen. Für mich ist es zu Beispiel zur Gewohnheit geworden, dass ich einfach zur nächsten Tankstelle fahre, wenn mein Auto es mir empfiehlt. Kein Preisvergleichen, kein Ärger über Benzinpreise kein Umweg fahren, um 2 Cent pro Liter zu sparen, keine App zum Tanken… klar werde ich möglicherweise ein bis zwei Euro pro Tankfüllung „verlieren“, doch dafür bin ich dann so tiefenenstpannt, dass ich dieses Geld durch meine entspannte Fahrweise mehrfach wieder reinhole. Ich denke – du weißt was ich damit sagen möchte.

6. Geld ist Leben – Arzt

Die Einstellung „Ich möchte jetzt leben!“ – kann dich umbringen. Egal wie viel Geld du besitzt oder jeden Monat ausgibst – du solltest auf jeden Fall dein Lebensalter * 200 Euro Gesundheitsreserve haben. Für mich bedeutet das 8.800 Euro. Diese Reserve ist für den gesundheitlichen Notfall. Es ist leider so, dass du schneller beim Arzt oder im Krankenhaus die bessere Behandlung bekommst, wenn du selbst zahlst. Jetzt wirst du bestimmt sagen:

Dafür habe ich doch eine Krankenversicherung 😮

Ja – sie übernimmt die lebenswichtigen Kosten 👉 doch manchmal muss es schneller gehen. Ich kann mich an die Geschichte eines sehr guten Freundes erinnern. Bei seinem Vater wurde Krebs (oder ein schwerwiegender Verdacht darauf) festgestellt. Er musste logischerweise zu weiteren Untersuchungen, welche die Art, Schwere und weitere Schritte feststellen sollten. Leider war es nicht einfach diese Termine zu bekommen. „Wir sind voll!“ – hieß es. Einige davon erst nach mehreren Wochen. Und so tragisch es ist: Als gesagt wurde, dass die Untersuchungen und die Chefarztbehandlung selbst gezahlt werden, waren alle Untersuchungen innerhalb einer Woche durch und der Behandlungsplan, sowie notwendige Maßnahmen, standen fest.

Manchmal ist Zeit nicht Geld, sondern Leben, was du mit Geld erkaufen musst. Besonders bei einer solchen Erkrankung (wo es auf jeden Tag ankommen kann), kann ein Geldpuffer und die freiwillige Herausgabe des Geldes Leben bedeuten. Somit bedeutet alles Geld ausgeben auch die Chance auf einen schnelleren Tod zu erhöhen.

7. Keine Angst – Geld oder Leben zu verlieren

So verrückt es klingt: Du wirst alles, was dir wichtig ist verlieren. Dazu gehören liebenswerte Menschen genauso wie dein Geld und dein Leben. Das sollte dir bewusst sein. Mit dem Tod ist alles vorbei! Ein zu starkes Sicherheitsdenken („Ich investiere mein Geld lieber nicht“) wird dich im Komfortzonen-Gefängnis nicht glücklich machen. Allein zu wissen, dass alles bald weg sein wird, sollte dir ein wenig mehr Risikobereitschaft in dein Leben bringen. Nicht unvernünftig aber ohne Risiko, wird sich nichts bewegen.

Risiko- oder weitreichende Entscheidungen werden zu selten getroffen, um das Standard-Leben zu schützen. Als ich im letzten Jahr meinen Job kündigte, war mein Bauchkribbeln unerträglich 👉 unerträglich schön. Aus dem Krankenhaus entlassen und fast alles verloren zu haben, hat mir alle Ängste genommen.

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Nun habe ich vor (fast) nichts mehr Angst und sage ja zu den Dingen, die das Leben mir zum Nachtisch serviert. Wenn du keine Angst mehr hast etwas zu verlieren, dann kannst du nur gewinnen. Denn die Verlustangst, ist die Angst, die dafür sorgt, dass wir in vielen Momenten nicht leben. Dabei hält uns keiner eine Pistole an die Schläfe – wir behindern und selbst.

Was hältst du davon, wenn du auf die Frage: „Geld oder Leben“ einfach clever und mit einem selbstbewussten Unterton sagst:

Ich nehme Beides!

Eine schöne Vorstellung, oder?

Geld oder Leben – was willst du?

Es ist nicht wirklich notwendig diese Frage zu beantworten. Wichtiger ist meiner Meinung nach zu verstehen, was Geld, Leben und Zeit wahrhaft bedeuten. Sich einfach mal die Zeit nehmen und darüber nachdenken. Ich glaube ein besseres Bewusstsein über diese Themen verändert dein Leben…

… macht es überhaupt erst zu einem Leben. Leider entscheiden sich die meisten Menschen für das Geld. Trotz Pistole an der Schläfe drehen sie unzählige Runden im Hamsterrad und leben auf Autopiloten. Schade eigentlich.

Ich wünsche dir ein lebenswertes Dasein.

Dein Chrischan


Christian BaierÜber den Autor:

Über 700.000 Besucher haben diesen Blog in den letzten 4 Jahren besucht und mich auf meinem Weg zur persönlichen und finanziellen Freiheit begleitet. Trotz einfachen Angestelltenverhältnisses schaffe ich es, mir ein regelmäßiges monatliches (passives) Nebeneinkommen zwischen 1.000 bis 2.000 Euro aufzubauen. Clever INVESTIEREN, begeistert BLOGGEN und immer einen Blick in Richtung PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG… das sind meine Werkzeuge und gleichzeitig die Themen auf diesem Blog. Erfahre hier, wie ich vom einfachen Bauernkind zum Investor wurde und schicke mir eine Nachricht, wenn du mit mir in Kontakt treten möchtest.

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