Wie läuft Sterben ab Die letzten Stunden vor dem Tod - Meine Erfahrungen

„Kann ich morgen ausschlafen?“ fragte Oma stark benommen. Ich antwortete mit einem leisen schluchzenden „Ja“ und wusste in diesem Moment, dass sie lange schlafen wird. Sehr lange und für immer. Sie lag im Sterben. Herzzerreißende Momente spielten Domino und wollten nicht enden. Gedanken spielten Pingpong ohne Gewinner. Minuten fühlten sich an wie Stunden. Stunden waren schwer wie Jahre. Ich wartete gemeinsam mit Oma auf ihren Tod … genauso wie sie es sich gewünscht hatte, wollte sie zu Hause einschlafen. Ich an ihrer Seite. Kein Krankenhaus. Kein Heim. Keine Menschenmenge. Irgendwie schreckliche Momente. Irgendwie schöne Momente. Irgendwie schön schreckliche Momente. Irgendwie schrecklich schöne Momente. Eine Einordnung fällt sehr schwer.

Ich möchte dir heute Erfahrungen der anderen Art beschreiben. Was passierte in den letzten Wochen vor Omas Tod? Wie habe ich mich gekümmert? Was sind meine Erkenntnisse? Wie fühlt sich der letzte Tag an? Ein wirklich intensives Thema, welches nicht totgeschwiegen werden soll. Möglicherweise kann ich anderen Menschen in ähnlichen Situationen helfen oder Denkanstöße geben. Wie schon in den Beiträgen „Wie gehe ich richtig mit alten Menschen um?“ und „Umgang mit Alzheimer und Demenz“ handelt es sich um meine eigenen Erfahrungen und Gedanken. Du bekommst sie ohne eine Garantie auf Richtigkeit – nimm einfach die mit, die dir gefallen bzw. helfen! Am Ende habe ich meine wichtigsten 6 Erkenntnisse noch mal für dich zusammengefasst. Los geht’s…

Das Ende kündigt sich an

Oma und ich lebten knapp zehn Jahre allein in einem alten großen Bauerngehöft in einer Kleinstadt. Nachdem ihr Mann und ihre Tochter (mein Opa und meine Mutter) innerhalb eines Jahres starben, blieben nur wir Beide, sowie zwei Hühner und zwei Katzen über. Über die Jahre haben wir uns sehr gut zusammengelebt. Nicht nur, dass wir uns blind vertrauten … wir hatten sehr viel Spaß und waren Optimisten erster Klasse. Ich denke, dass meine zuversichtliche Art Oma mit in den Bann gezogen hat. So war es kein Problem für sie eher das halbe Glas voll zu sehen, anstatt des halben leeren Glases. Selbst nachdem sie sich den Arm brach konnten wir schmunzeln, da es immer noch besser ist als sich die Beine zu brechen. (schmunzel) Kurz:

Oma war eine optimistische schwungvolle Person und das auch mit deutlich über 80 Jahre

Es machte Spaß sich um sie zu kümmern. Einkaufen, Fensterputzen und Co gingen gut von der Hand. Ein einfaches, glückliches und gutes Leben.

Leider kam ich in Gedanken nie an der Tatsache vorbei, dass Oma irgendwann mal sterben muss. Natürlich verdrängt man das immer wieder. Das steigende Alter holte mich dennoch immer wieder in die Realität zurück. Egal wie sehr du einen Menschen in dein Herz schließt … sein Herzschlag wird irgendwann verstummen. Ob du es willst oder nicht.

Dabei ist mir in den letzten Jahren immer wieder klar geworden, dass der Tod nicht ein Moment sondern ein Prozess bzw. natürlicher Ablauf ist. Genauer betrachtet sterbe ich jetzt bereits ein wenig, du auch – wir Beide merken es jedoch nicht. Realisieren kannst du es am besten, wenn du einen lieben alten Menschen ein bis zwei Mal im Jahr siehst. Es kommt die Phase in der du von Wiedersehen zu Wiedersehen das Gefühl bekommst: „Man hat er/sie stark abgebaut“.

Wenn du eine gute Beziehung zu einem Menschen aufgebaut hast, dann kannst du viele Dinge erfühlen. Genau so ging es mir bei Oma. So zirka sechs Wochen vor ihrem Tod durchfuhr mich das erste Mal dieses Gefühl. Die Vorahnung, dass Oma kein Weihnachten mehr erleben wird, war auf einmal da und ließ sich nicht verdrängen. Ein doofer Moment, da die Gefühle nicht klar sind und tausende Fragen im Kopf schwirren. Wie gehe ich mit Oma und meinen Vorahnungen um? Gehe ich mit Ihr zum Arzt um Hilfe zu bekommen? Halte ich mich an ihren Wunsch, dass sie nicht in Betreuung bzw. in ein Krankenhaus möchte? Besonders die letzte Frage ist so schwer zu beantworten, da sie rational gesehen Hilfe verspricht …

… doch ist es eine Hilfe, wenn Oma panische Angst vor Krankenhäuser und ein Sterben darin hat? Möglicherweise wäre es für den Körper gut gewesen und hätte ein paar Monate mehr rausgeholt.

Dennoch sollte man eine Seele nicht durch Schläuche beatmen, wenn sie das nicht möchte.

Spätestens in dieser Situation kann ich dir einzig empfehlen ehrlich mit der betroffenen Person zu sprechen. Sage, dass du dir Sorgen machst. Zeige ihr, dass sie aus deiner Sicht nicht mehr lange zu leben hat. Natürlich mit Gefühl und passenden Worten. Stelle vor allem (mehrfach) klar wie die Person sterben möchte. Ich weiß das klingt so hart. Nicht darüber reden macht es zum Ende raus deutlich schwerer. Denn das Wichtigste was ich in den letzten Wochen bis zum Tod gelernt habe ist, dass du zwei Möglichkeiten hast diese schwere Situation anzugehen. Zum einen kannst du alles abblocken und den nahenden Tod ignorieren. Andererseits kannst du den Tod annehmen und das Beste aus der verbleibenden Zeit machen. Bei der ersten Variante wirst du bitterböse vom Leben bestraft. Bei der zweiten Option schaffst du dir eine Möglichkeit die letzte Zeit wertzuschätzen. Es ist ein Unterschied ob du dich auf den Tod vorbereiten kannst oder überrascht wirst.

Mitte März 2019 war bei mir dieser Moment, welcher mir schmerzhaft sagte, dass Oma ohne kleine oder große Wunder kein Jahr mehr hat. Bei der ärztlichen Routine-Kontrolle haben wir festgestellt, dass sie in den letzten Wochen knapp sieben Kilo Gewicht verlor. Das ist bei einem kleinen Körper eine ganze Menge. Es deckte sich mit dem Wahrgenommenen. Oma liebte Schokolade, doch verzichtete eine ganze Weile darauf bzw. wurde nur noch ganz selten ein Stück verdrückt. Mahlzeiten wurden normal gegessen, doch nicht mehr so üppig. Dazu kam, dass sich Oma ab und zu mal kurz hinlegte. Modern ausgedrückt machte sie ein Powernapping. (schmunzel) Sie hatte Gewicht verloren und war schwächer in einer Art, welche sich nicht lange fortsetzen lässt. In dieser Zeit kümmerte ich mich besonders um sie und war bei allen Mahlzeiten dabei, erzählte was auf Arbeit passierte und wir pflegten unsere Rituale. Vom kurzen Besuch auf dem Friedhof bis hin, dass wir uns die „Arbeit“ teilten beim Jalousie hochziehen. Alles war normal wie immer und das Wichtigste:

Oma fühlte sich wohl, geborgen und war schmerzfrei.

Aus ihrer Sicht ging es ihr gut, nur ein wenig schlapp.

Die Seele verabschiedet sich

Obwohl ich Oma ein wenig aufgepäppelt hatte, sie nahm zwei Kilo zu, war es Anfang Mai soweit, dass ihr ICH verloren ging. Es fühlte sich wahrhaft so an als würde ihre Seele den Rucksack packen und gen Himmel steigen. Dabei lässt sie den Körper zurück um ihn bald folgen zu lassen. Auf der einen Seite schien die Lebensfreude wie verpufft. Emotionen waren fast weg. Kaum Schmunzeln oder Lachen mehr bei meinen Harz IV – Rentnerwitzen. Es war wie ein neutraler Körper, der noch lebte mit einem deutlich verringerten Gefühlspotential. Ein wenig wie ein kalt gewordener Mensch. Dazu kam noch ein schmerzhafterer Fakt. Fast alle Rituale, die Oma pflegte waren innerhalb von drei Tagen weg. Früh die Katzen füttern, Jalousie hochziehen, ihr Bett machen … alles weg. Das zu sehen tut so richtig weh, da der Mensch von vor ein paar Tagen nicht mehr der Mensch heute war.

Trotz größter liebevoller Bemühungen die Seele zu reanimieren blieb es dabei. Sie war weg und Oma lebte leblos durch den Tag. So leblos, dass ihr auch die Mahlzeiten nicht mehr viel Spaß bereiteten. Sie nahm deutlich weniger zu sich, was nicht einfach zu akzeptieren war, da sie bereits einige Kilo weniger hatte als noch ein viertel Jahr zuvor. Ich bildete mir echt ein, dass sie essen muss um zu leben. Stundenlang saß ich mit ihr am Tisch und erklärte ihr und bat sie ein wenig mehr zu essen und zu trinken. Ich verbrachte sehr viel Zeit mit ihr, da ich merkte,  dass es ihr gut tut. Es gab kaum Dinge, die sie motiviert tat oder genoss … unserer gemeinsame Zeit hingegen war wie eine Medizin. In dieser Zeit kam auch oft die Frage:

„Kann ich nicht einfach sterben?“

Diese Frage tut besonders weh, wenn du dabei bist einem Menschen alles zu geben, damit es ihn gut geht. Denn bei dieser Frage kannst du nicht helfen, willst es auch nicht.

Tage des Sterbens

Die letzte Phase wurde am 17. Mai eingeläutet. Die Tage zuvor wollte Oma zwischen den Mahlzeiten nur noch Schlafen. Dabei waren die Mahlzeiten sehr klein und oft wollte sie die kleinsten Portionen nicht mehr Essen. Oma zog sich, wie ich es aus dem Tierreich kenne, zum Sterben zurück. Sie schlief den ganzen Tag und die ganze Nacht. Immer wenn ich sie in ihrem Schlafzimmer besuchte, war sie geistig gut drauf und nach ihrer Aussage ging es ihr gut. „Nur ein wenig schlapp. Sonst ist alles in Ordnung.“ So ihre Worte. Vielleicht hat sie schon an den Tagen gehofft einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Im Nachhinein macht das für mich Sinn. Fakt ist, dass an diesem Tag die letzte Phase eingeleitet wurde. Sie war zu schwach geworden mehr als zehn Schritte zu laufen. Schlapp und schwindlig – von Tag zu Tag wurde es schlimmer. Ab diesem Moment war Oma schon ein ganzes Stück gestorben obwohl sie lebte.

Ich ließ sie an diesem Wochenende im Bett liegen, brachte ihr jede Mahlzeit und versuchte immer wieder den Dauerschlaf zu unterbrechen und mit ihr zu reden. Ich denke das Gefühl zu wissen, dass immer Jemand in „Rufweite“ war, beruhigte sie. Da sie ab diesen Moment auch nichts kaubares mehr zu sich nehmen wollte machte ich ihr immer Haferflocken, Milchreis und besorgte Trinknahrung. Ich besorgte Ihr Fresubin Trinknahrung* und kann dies uneingeschränkt empfehlen. Oma akzeptierte diesen Drink und bekam so wenigsten ein paar Kalorien. Dennoch ist es unwahrscheinlich schwer zuzusehen, wenn ein Mensch nichts mehr isst.

Am 20. Mai war ihr körperlicher Zustand so schlecht, dass ich unsere Ärztin zum Hausbesuch reif. Sie kam prompt nahm Werte und bei der Auswertung am Nachmittag sagte sie mir:

„Ihre Oma muss (eigentlich) ins Krankenhaus.“

Da sie Oma gut kannte und mir vertraute, wusste sie dass dies keine Option ist. Weiterhin bereitete sie mich zwischen den Zeilen darauf vor, dass es jetzt auch sehr schnell gehen kann … aber nicht muss. Ab diesen Moment griff der Versorgungsluxus in Deutschland. Das meine ich nicht ironisch. Dreimal am Tag kam eine Schwester zum Werte messen, dreimal am Tag kamen zusätzlich Pflegekräfte zum Trinkengeben und später auch zum Waschen und gefühlte 50 Mal am Tag war ich bei Oma um ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Reden, Lüften, beim Hinsetzen helfen … Oma ging es „gut“, die Betreuung war Top, sie war zu Hause und sie wusste bestimmt, dass sie bald sterben wird. Von Tag zu Tag verlor sie ihre Kräfte, die motorischen Fähigkeiten gingen zurück und das Bewusstsein wurde leicht vernebelt. Auch wenn dies einfach dahingeschrieben ist, war das eine schwere Zeit für mich. Zu wissen, dass nur noch Fetzen der Seele und minimale Kräfte im Körper wohnen kombiniert mit der Ohnmacht nichts tun zu können … ist hart. „Ich will nur noch zu Hause sein und schlafen.“ Ein Satz, den ich jeden Tag mehrmals hörte.

Der letzte Tag

So lang ein Leben erscheint, so kurz ist der letzte Tag. Omas 33566. Tag sollte der letzte ihres Lebens werden. Als sie an diesem Morgen aufwachte hatte ich ein ganz schlechtes Gefühl. Ich kann dir nicht schreiben warum, doch so wie an den Tag an dem sich die Seele auf dem Weg gemacht hatte, so schien es, dass sie nun komplett gegangen war. Oma war da, aber auch nicht. Sie reagierte, aber auch nicht und ihr Drang im Bett zu bleiben, schien noch größer als sonst. So als möchte sie gar nicht mehr aufstehen.

„Erinnerst du dich an die Sprüche: „Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“? Nun, das trifft auf jeden Tag zu, außer auf einen: Auf den Tag, an dem man stirbt!“

Mein Gefühl zwang mich auf Arbeit Bescheid zu geben, dass ich nicht komme. Sie lag nur im Bett, wollte nichts mehr Essen und das Trinken reichte nur um ihre Lippen zu befeuchten. So oft ich fragte, ob sie Durst hat, kam ein Nein.

So gegen 18:00 Uhr ging es los. Der finale Sterbeprozess. Sie lag im Pflegebett und obwohl sie vorher stundenlang schlief, wurde sie auf einmal hyperaktiv. Oma wollte aufstehen und merkte, dass die Kraft nicht reicht. Ihre Hände fingen an wie wild sich an der Decke zu klammern und immer wenn ich ihr meine Hand reichte, griff sie zu mit einer unglaublichen (letzten) Kraft. Es war die Phase, wo sie sehr viel erzählen zu versuchte, doch es bereits schwer zu verstehen war. Es ist schlimm, wenn du weißt, dass ein Mensch dir noch ein paar wichtige Dinge sagen will und du es kaum verstehst. „Kann ich morgen ausschlafen?“ oder „Du bist ein guter Enkel.“ wiederholte sie gefühlte 100 Mal in diesen Stunden. Ich redete mit ihr ganz normal und erzählte ihr ein paar Geschichten und Erinnerungen. Es beruhigte sie und ich bin mir sicher, dass sie dabei glücklich war. Sie lächelte teilweise wie früher, wo alles noch normal war.

So gegen 21:00 Uhr war die aktive Phase vorbei und Oma atmete sehr tief und recht schnell. Sie sprach nicht mehr, doch ihre Augen reagierten und die Hände griffen immer wieder zu – nicht mehr so fest. In dieser Phase habe ich weiter erzählt, ihre Hand gehalten, die Lippen mit Wasser befeuchtet, ihre Wange gestreichelt. Obwohl es ihr gut tat, musste ich ab und zu das Zimmer verlassen und richtig laut losheulen. Mir war klar, dass jetzt die wenigen letzten Stunden angebrochen waren. Es ist das schwerste auf der Welt den Wunsch zu Hause zu sterben zu erfüllen. Immer wieder wollte ich den Notarzt rufen. Obwohl Oma nicht mehr sprechen konnte, fragte ich sie ob ich einen Arzt oder Krankenwagen rufen soll. Sie verstand die Frage und bewegte ihren Kopf nach links, nach rechts und nach links. Sie wollte es nicht …

Gegen Mitternacht wurde die Atmung ruhiger und flacher. Immer ein kleines Stück weniger. Ich zog mein „Programm“ durch. Mit Oma sprechen, Hand halten, raus rennen, ausheulen und dann alles wieder von Vorn. Die Hände wurden lebloser und kälter, auch das Kinn wurde kühler und die Reaktionen waren fast komplett weg. Nur eine leichte Atmung, welche immer weniger wurde in den nächsten Stunden. So gegen 4:00 Uhr hatte ich das Gefühl, dass Oma gestorben war. Zwar bewegte sich der Brustkorb aller paar Sekunden noch einen Millimeter, doch Arme und Füße waren kalt, die Augenfast geschlossen und keine Reaktion mehr in den Pupillen.

Oma war friedlich und für immer eingeschlafen…

… und ich fix und fertig.

Danach…

… ging alles sehr schnell. Die Frau von der Pflege kam und bestellte den Arzt. Dieser stellte „offiziell“ den Tod fest und eine Stunde später kam das Bestattungsunternehmen. Als Oma das Haus verlassen hatte, sackte ich erst mal richtig zusammen. Es blieb an diesem Tag eine riesige Trauer übrig, ein wenig Erleichterung, dass alles vorbei war und die Zweifel ob es nicht doch besser gewesen wäre Oma gegen ihren Willen ins Krankenhaus einliefern zu lassen.

Jetzt, ein paar Tage später, bin ich den letzten Willen erfüllt zu haben. Auch auf die letzten Wochen kann ich recht positiv zurückblicken. Wenn du mich fragst, was die fünf wichtigsten Dinge bzw. Erkenntnisse aus dieser Zeit sind:

  • Ab einen gewissen Punkt ist es wichtig nicht mehr gegen die Tatsache des Sterbens anzukämpfen. Es gehört zum Leben dazu und es macht einen Unterschied ob du alles verdrängst oder akzeptierst und die letzten Tage bewusst(er) wahrnimmst.
  • Akzeptiere auch die letzten ernst gemeinten Willen des Sterbenden.
  • Behandle einen Sterbenden wie einen Lebenden. Also rede normal mit ihm, verschönere nichts und schenke gemeinsame Zeit.
  • Zwinge ihm zu nichts. Wenn Jemand nicht mehr essen möchte, dann akzeptiere das. Natürlich solltest du ihm Nahrung und Trinken anbieten, doch erzwinge nichts.
  • Sichere den letzten Willen durch eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht Beides ist in 15 Minuten ausgefüllt und unterschrieben.
  • Sei in den letzten Stunden beim Sterbenden und begleite ihn mit in den Tod.

Natürlich ist jeder Sterbefall individuell zu betrachten, doch wenn du am Ende die Wünsche und menschlichen Werte schätzt und umsetzt, dann kannst du nicht viel falsch machen. Scheue auch nicht in dieser schweren Phase nach Hilfe zu fragen bzw. dir Hilfe zu holen. In meinem Fall waren die Hausärztin, die Schwestern und Pflegekräfte in den letzten Tagen eine riesige Unterstützung.

Jeder Mensch wünscht sich ein hohes Alter, einen Tod bei dem er einschläft und nicht wieder aufwacht und das mit den liebsten Menschen an der Seite. Auch wenn es für die Angehörigen die schwersten Momente im Leben sind, ist es für den Sterbenden ein leichter Weg in den Himmel.

Ruhe in Frieden Oma

Dein Enkel

Christian

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8 thoughts on “Wie läuft Sterben ab? Die letzten Stunden vor dem Tod – Meine Erfahrungen

  1. Ein guter, ein wichtiger Text. Ich bin Arzt, und habe viele Menschen in ihren letzten Minuten gesehen, dennoch ist das hier eine Perpektive, die ich noch nicht hatte, und die mir nahe geht. Danke!

  2. Hi Chris,

    mein Beileid zum Verlust deiner Oma. Ihr wart ein gutes Team. Ich finde es gut, dass du ihren Wunsch respektiert hast. Wir müssen alle irgendwann gehen und jahrelang ein Pflegefall zu sein, stelle ich mir nicht schön vor.

    Immerhin hattet ihr die letzten Jahre Möglichkeit, schöne Erinnerungen zu schaffen und zusammen zu wachsen. All die Erfahrungen (auch negative) haben dich zu dem Menschen gemacht, der du jetzt bist. Deine Oma war bis zum letzten Tag stolz auf dich und ist es (je nach dem wohin die Seele nach dem Tod geht) immer noch.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Zusammen (Jenny, Thilo, Thorsten und Hilfsschlosser),

      vielen Dank für eure Anteilnahme und die netten Zeilen. Und Recht habt ihr … die Erinnerungen sind unbezahlbar und prägen mich für mein weitere neues Leben. Einmal die Erinnerungen an Oma, die Erinnerungen an schöne Zeiten und auch die Erinnerungen an die letzten Wochen. Jetzt einige Tage später habe ich beschlossen, dass ich auch mal so natürlich sterben möchte. Langsam und in Ruhe einschlafen und nicht wieder aufwachen. Und so ungewohnt es klingt … wenn man sich 10 Jahre intensiv um einen Menschen gekümmert hat, dann ist das Ende auch ein neuer Anfang in ein neues Leben.

      Vielen Dank für eure Unterstützung

      Christian

  3. Hi Chris,

    Mein Beileid, absolut schwierig einen nahen Menschen zu verlieren!

    Jenny hat es eigentlich schon alles gesagt: Großen Respekt für Deinen Einsatz und Unterstützung in so einer schwierigen Zeit – insbesondere finde ich es absolut richtig und wichtig die letzten Wünsche zu erfüllen…

    Viele Grüße
    Thorsten

  4. Hallo

    mein Beileid, vielen vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht.

    Ich habe als Zivildienstleistender in einem Altenpfegeheim hin und wieder diesen Prozess miterleben dürfen. (müssen)
    Obwohl es immer viele Gemeinsamkeiten gibt so ist doch, wie du richtig schreibst, jeder Sterbefall ein individueller Prozess.
    Manchmal in einer Weise die nicht leicht zu akzeptieren ist.
    Aus meiner Sicht kannst du froh sein den letzten Weg mit deiner Oma auf diese Art gegangen zu sein.
    Auch wenn es dir viel Kraft gekostet hat.

    Gruß
    Hilfsschlosser

  5. Oh mein Gott, was für ein emotionaler und toller Text – mein Respekt.

    Ich bin zufällig über ‚Geld investieren‘ auf deine Seite gestoßen, und somit zufällig auf diesen Beitrag. Einer der besten Artikel in den letzten Jahren.

    Herzliche Grüße
    Anna

  6. Hallo!

    Mein Beileid!

    Allergrößten Respekt wie du diese schwierige Zeit und Situation gemeistert hast und auch, dass du diesen Text geschrieben hast.

    Lg,
    Florian

  7. Hallo Christian,

    …war schon öfters auf Deiner Seite, weil ich den Mix aus Ehrlichkeit und Humor mag und es immer etwas zum „dazulernen“ gibt. So auch hier. Ein starker Text, der mich sehr berührt hat. Da ist so viel Liebe zwischen den Zeilen. Ihr wart ein Super-Team. Ich bin sehr beeindruckt. Auch, davon, wie Du die letzten Tage mit ihr verbracht hast. Alle Achtung! So ganz allein…. und sie hätte sicherlich keine besseren Enkel um sich haben können. Einfach nur toll.

    Alles Gute für Dich und herzliches Beileid. LG Pe

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