Minimalismus ist in vielem Munde, doch ist er auch in den Köpfen?

Werter Leser,

das Wort Minimalismus wird sehr oft mit Gütern und Besitztümern in Verbindung gebracht. Die Grundaussage, dass wenn Du weniger besitzt mehr Freiheit in dein Leben kommt, ist bekannt. Doch wie schaut es denn mit den Dingen aus, die Du nicht anfassen kannst – um genauer zu sein mit deinen Gedanken?

Minimalismus im Kopf ist jetzt kein Synonym für „Dummheit“, sondern eher genau das Gegenteil. Ein gut aufgeräumter Kopf, damit meine ich Gedanken, macht dich genau so frei wie die materielle Entschlackung. Und genauso wie Du unnötige Dinge aus deinen Besitz entsorgen kannst um freier zu werden und mehr Zeit zu haben, kannst Du Gedanken, Gewohnheiten oder „Müll“ aus deinem Kopf entsorgen.

 

Passend zum Thema: Je mehr Du hast, desto weniger bist Du

 

Ich habe einfach mal ein paar Bereiche für dich herausgesucht um deinen Kopf freier zu machen. Es erfordert schon ein wenig Selbstreflektion und Kontrolle diese Punkte umzusetzen – das Resultat entschädigt dich gewaltig und gibt dir mehr Lebensqualität. Ich möchte auch dazu schreiben, dass ich nicht alle dieser Tipps konsequent selbst umsetze, ich arbeite jedoch daran und wenn es mir gelingt … merke ich wie gut es gut.

Sachen die Du nicht wissen willst

Auf der einen Seite stehst Du und auf der anderen Seite die Welt, die dich mit Informationen füttert. Und sehr viele der Informationen nimmst Du passiv auf. Das fängt an bei den wöchentlichen Werbeprospekten in deinem Briefkasten, geht über Statusupdates in den sozialen Netzwerken und geht hin bis zum Klatsch und Tratsch in deinem persönlichen Umfeld. Fast alles was Du hierbei erfährst, also mit dem Du gefüttert wirst, ist Müll. Ich weiß das klingt hart. Denke doch einfach mal darüber nach was dir diese Dinge wirklich bringen. Nicht viel. Ich möchte nicht sagen, dass sie dir gar nichts bringen, jedoch im Verhältnis was sie ein Zeit und Platz in deinem Kopf verbrauchen ist es wirklich Müll.

Was bringt es dir zu wissen, welcher Prominente was gemacht hat? Ist es wirklich wichtig sich durch die Partyfotos von virtuellen Freunden zu klicken? Lohnt es sich viel Zeit damit zu verbringen um in Erfahrung zu bringen, was in fernen Ländern passiert? Möchtest Du Geisteskraft damit verbringen um Gerüchte zu erfahren und weiter zu verbreiten?

Nutze die Zeit um mal darüber nachzudenken, von welchen nutzlosen Gedanken Du dich trennen kann! Nutze deinen Kopf doch lieber um dich weiter zu entwickeln, ein Buch zu lesen über etwas was dich wirklich interessiert. Oder nehme dir die Zeit für Menschen mit denen Du dich richtig ergänzt … also ein gemeinsames Hobby oder Interessen pflegst. Je weniger Müll in deinem Kopf ist, desto produktiver und relaxter bist Du. „Darüber brauch ich nicht nachdenken.“ Kann hierbei dein Credo werden.

Unnütze Sorgen

Dieser Punkt fällt auch mir nicht einfach, aber ich bin schon ganz gut darin. Vielen Menschen machen sich Sorgen um Dinge die kommen könnten. Wenn es zum Beispiel in dem Unternehmen wo Du beschäftigt bist nicht so gut läuft, dann fängt das Sorgen machen schon an. Es werden Ängste geschürt, man denkt immer wieder drüber nach und verbraucht eine Menge (Gedanken)zeit damit. Es wird sich sogar Sorgen um das Wetter gemacht – wenn zum Beispiel ein Wintereinbruch bevorsteht. Es gibt so viele Dinge die Sorgen bereiten können … Verdacht auf eine schlimmere Krankheit, Verlust des Arbeitsplatz, Angst den Partner zu verlieren, Angst vor dem Tod, Furcht vor der nächsten Migräne Attacke, … ich denke jeder hat hier seine eigenen Sorgen. Das schlimme ist nur, dass viele der schlechten Dinge gar nicht eintreten. Du denkst darüber nach und stellst dir vor was passiert wenn es eintritt. Ja – wenn.

Ein Verdacht auf eine schlimmere Krankheit (den die Ärzte aussprechen), tritt nicht immer ein. Auch wenn es im Unternehmen nicht gut läuft, tritt in wenigen Fällen die Arbeitslosigkeit ein. Und wer Angst vor dem Tod hat wird enttäuscht wenn er morgen noch lebt, weil er sich ja schon lange darum Gedanken gemacht hat.

Diese Zukunftsbedenken kannst Du am besten bekämpfen, wenn Du mehr im JETZT lebst. Ich habe jetzt einen Job, mir geht’s heute gut, heute ist schönes Wetter … ich lebe heute. Versuche also deinen Kopf nicht zu sehr zu Vermüllen mit „wahrscheinlichen“ Sorgen. Solltest Du mal wirklich Grund zu sorgen haben, dann lass die nicht den ganzen Tag dich zu beeinflussen.

Kein Multitasking

Mehrere Dinge gleichzeitig zu machen, bringt unser Gehirn und unseren Körper auch in Stress. Natürlich wird es gern gesehen, wenn ein Mensch heutzutage scheinbar mehrere Sachen gleichzeitig machen kann. Im Endeffekt kann nur eine Sache nach der anderen gemacht werden. Multitasking bedeutet für den Körper und vor allem Geist, dass ein ständiger „Hin und Her Switchen“ notwendig ist. Und das Switchen benötigt Zeit, vielleicht nur im Millisekunden Bereich, die nicht verloren geht wenn eine Sache nach der anderen gemacht wird. Teste dich selbst und mache mal einen Tag lang immer eins nach dem anderen. So dass Du bei jeder Aufgabe fokussiert und nicht abgelenkt bist. Du wirst mehr schaffen und entspannter sein. Vor allem entstresst und entmüllst Du dabei deinen Kopf.

Aufschreiben

Einen Tipp habe ich noch zum Schluss. Einige Gedanken kann man einfach aus den Kopf schreiben um somit für mehr Freiraum im Kopf, Minimalismus, zu haben. Ich nutze seit über einem Jahr ein gutes Notizbuch (Leuchtturm1917), in dem ich alles was durch den Kopf geht und mir wichtig erscheint aufschreibe. Von Dingen die zu tun sind, bis hin über wichtige Gedanken, Termine, Einkaufslisten, Zitat aus Büchern die ich lese oder manchmal auch bei besonderen Ereignissen die wichtigsten Informationen. Alles an einem zentralen Ort. Die meisten Sachen, die ich aufschreibe belasten nicht mehr meinen Kopf. Probiere es einfach aus!

Ich weiß, dass Thema „Minimalismus im Kopf“ ist nicht einfach zu verstehen bzw. umzusetzen, wenn Du dir die Zeit nimmst einfach mal darüber nachzudenken und deinen Kopf dabei ein wenig „aufräumst“, dann werden die wichtigen Dinge klarer, Du sparst Zeit und bist entspannter und zufriedener.

So nun heißt es aufräumen. Los geht’s

Christian

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