Die unwirklichsten und unehrlichsten Dinge sind Statussymbole. Meist handelt es sich um materielle Dinge, die mit Symbolcharakter zeigen sollen, wer man ist. Wer man sein möchte träfe es eher. Doch diese Symbole haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Natürlich gibt es immer noch die Klassiker unter den Symbolen. Für knapp 50% der Deutschen ist es immer noch das eigene Auto. Anschließend findet man Uhren und Schmuck, gefolgt von Smartphones und Co. Doch sind es tatsächlich die Sachen, welche auch heute den gesellschaftlichen Stand symbolisieren?

Der größte Denkfehler

Menschen mit geringem Selbstbewusstsein, leiden an einer grässlichen Krankheit. Dem Vergleichen-Virus. Sie vergleichen sich mit anderen Freunden und Bekannten, mit dem was sie besitzen und den damit verbundenen Status. Kommt beispielsweise ein Bekannter mit einem neuen teuren Auto an, dann werten diese Menschen ihr altes Gefährt im Unterbewusstsein ab. Und hier schlägt der Denkfehler zu. Sie denken, dass sie selbst was nicht richtig machen, nicht gut genug sind, um sich auch ein solches Auto leisten zu können. Das Marketing unterstützt hier zusätzlich. Nun fangen Sie dann an nach Höheren zu streben um mithalten zu können. Obwohl sie bis dato glücklich waren. Mir fällt immer wieder das Zitat von Alexander von Humboldt ein: „Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.“

Es ist leider so tief in den Köpfen verankert, dass der Besitz eines materiellen Gegenstands für Status oder Wohlstand steht. Das ist falsch, denn „Status“ ist nicht gleichbedeutend mit Macht und Reichtum.

Ist es nicht das neue Auto, was diesen Denkfehler produziert, dann ist es das weltweit umspannende Marketingnetz. „Wenn du kein iPhone hast, dann hast du kein iPhone.“ – so lautete einer der cleversten Werbeslogans von Apple. Millionen Menschen sahen diese Spots und fühlten sich auf einmal nicht mehr so gut mit dem bis dato geliebten Smartphone. Spätestens wenn ein Bekannter  ein neues iPhone besitzt, dann fängt das Gehirn an zu vergleichen und Fragen zu stellen.

Der Blick hinter Statussymbole

Mein Opa sagte sehr oft: “Wenn alle noch nicht bezahlten Autos nicht auf den Straßen fahren dürften, dann wären diese leer.“ Damit hat er Recht. Denn hinter den materiellen Symbolen findest du oft in der 2. Reihe die Wahrheit. Die Blender und die Gefangenen.

Bei den Blendern wird ein Symbol gezeigt was nur Schein ist. Der neue Luxusklassewagen muss abgezahlt werden. Ihn sich direkt leisten zu können, ist leider nicht möglich gewesen. Nach außen hin schon, doch nach innen wird jahrelang eine Rate abgebucht. Das neue Smartphone wird stolz präsentiert, obwohl es noch jahrelang über die monatlichen Raten im Mobilfunkvertrag bezahlt werden muss.

Die Gefangenen können sich die Statussymbole leisten. Doch zu welchen Preis? Die Rolex ist oft ein Ergebnis aus Überstunden, unangenehmen Meetings und einer schleichenden Entkräftung – dem Weg zum Burnout. Ist eine Uhr das wert? Die bis zu 30.000 Euro kann man auch nutzen um fünf Jahre eher in Rente zu gehen oder generell um weniger zu arbeiten. Wie würdest du entscheiden … eine Rolex tragen oder 5 Jahre mehr Lebenszeit? Und die Gefangenen entscheiden sich für die teure Uhr, dem drohenden Burnout und weniger Zeit.

Ich möchte dir damit sagen, dass hinter einem Statussymbol oft eine ganz andere Geschichte bzw. Bedeutung steht, als der erste Blick es zeigt. Weiterhin solltest du wissen, dass Statussymbole nicht sympathisch machen.


 

Neue Statussymbole?

Derzeitig fließt eine Welle der Besinnung durch die Menschheit. Die Möglichkeiten die Jeder hat, und das Marketing was auf Jeden einschlägt, werden für Viele immer mehr als Belastung wahrgenommen. Statussymbole kann sich fast Jeder leisten – auf Pump. Die Sehnsüchte gehen immer mehr in eine Zeit zurück, wo alles „einfacher“ war. Damals hatten Menschen mehr freie Zeit, eigene Ziele und Visionen und waren glücklicher – mit weniger. Der Planet war gesünder und es herrschte mehr Seelenfrieden. Entschleunigung und Minimalismus sind hier die richtigen Werkzeuge.

Mehr Zeit für sich und seine Lieben zu haben, ist DER große Wunsch vieler Menschen. Und gleichzeitig ist mehr Zeit auch ein Statussymbol geworden. Es ist nicht mehr so wichtig teuren Besitz zu horten, sondern Zeit zu haben. Menschen, die sich dafür entscheiden (auf „Material“) zu verzichten um mehr Zeit zu haben, bauen Ihr eigenes Statussymbol. Sie werden von anderen deshalb geschätzt. Wenn Jemand heutzutage sagt :“Ich habe viel Zeit.“, dann hat er einen Status. Wahrscheinlich hat er dann auch keine teuere Uhr mehr nötig. So viel Zeit wie er hat.

Ein weiteres Statuszeichen, ist es Ziele zu haben und sie zu verfolgen. Eigene Ziele zu haben bedeutet sich erst mal eine Weile mit sich selbst auseinander zu setzen und zu ergründen, was wirklich wichtig ist, und seine Lebensrichtung zu finden. Sehr gut bringt dieses Thema das Buch „Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens“ von John Strelecky auf den Punkt. Bei den Zielen ist nicht die Reise in ein bestimmtes Land gemeint oder die Besteigung eines 4000er. Hier meine ich Ziele, die jeder sich selbst steckt. Sich weiterzuentwickeln in einer Sache, die wirklich Spaß macht, ist ein gutes Ziel. Etwas zu lernen oder einen gesunden Körper zu schaffen.

Eine Arbeit zu haben, die Spaß macht und erfüllt, ist etwas Besonderes. Wenn du mich fragst, ob ich für mehr Geld meinen Job wechseln würde, dann lautet die Antwort :“Nein.“. Ich möchte dazu sagen, dass ich in einer jobpreiswerten Region einer gering bezahlten Arbeit nachgehe. Sie macht mir jedoch Spaß und ich will sie nicht missen. Nichts ist für mich schlimmer zu sehen, dass Menschen einen großen Teil Ihres Lebens etwas machen, was sie belastet. Eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Da hilft ein kein großes Auto um dieses Situation aus der Seele zu streicheln.

Minimalismus ist für mich ein modernes Symbol. Nur die Sachen zu besitzen, die ich wirklich brauche, ist toll. Sich von Dingen zu lösen, die wichtige (Lebens)zeit, Geld und Kraft fressen, macht frei und glücklich. Gleichzeitig werde ich unabhängig von vielen Sachen. Viele Menschen wünschen sich Freiheit und müllen Ihr Leben mit dem zu, was sie nicht brauchen.

Gesundheit – DAS Statussymbol. Ich kenne einige Menschen, die durch konsequente gesunde Lebensweisen sich über die Jahre einen gesunden Körper und Geist geschaffen haben. Es sind keine Gene, die dafür sorgen, dass sie schlank und sportlich sind. Es ist kein Zufall, dass sie eine gesunde Einstellung zu verschiedenen Themen und Problemen von heute haben. Es sind Menschen, die langfristig denken. Menschen, die jetzt noch keine Rückenprobleme haben, doch jetzt schon was dafür tun. Menschen, die Ihre Ernährung so gestalten, dass sie mindesten 90 Jahre alt werden. Es ist nicht immer einfach in der heutigen Zeit, das durchzuziehen. Aber genau das zeigt dann Erfolg und (gesundheitlichen) Wohlstand. Und das ist sympatischer als eine Rolex an einer auf einen Speckbauch abgelegten Hand.

„Ich kenne einen gesunden Menschen, der seine Arbeit liebt, ohne unnötigen Ballast lebt, viel Zeit besitzt, an eigenen Zielen arbeitet, genießen kann und einige sehr gute Freunde hat.“ – Diese Satz ist ein Statussymbol.

Was bedeutet für dich Status? Hinterlasse es im Kommentar.

Christian


Literatur zum Thema Minimalismus und weniger Arbeit

4 thoughts on “Statussymbole im Wandel der Zeit

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